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Der Blog des Goldseelchen-Verlags
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Fall und Aufstieg der Margot K.

Die inszenierte Sünde


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Fotograf: Uli
 (© Eckdose)

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Das Amt war von Vorgänger Wolfgang Huber zu einer Art evangelisch-deutschem Pontifikat ausgebaut worden. Huber inszenierte seine eigenen Thesen als die evangelische Lehrmeinung. Er stellte eigene ethische Überlegungen als die evangelische Ethik dar.

Diese Rolle verband sich bei Käßmann mit der Person. Hatte es ihr zuvor an Glaubwürdigkeit gemangelt, weil man ihre geschiedene Ehe als wenig vorbildlich in einem hohen kirchlichen Amt betrachtete, verstanden manche bereits ihren Amtsantritt als göttliche Weisung. Indem sie es auch noch im Amt gegen alle Kritik aushielt, wurde ihr dies als Stärke und Integrität gedeutet. Mit jedem Vorwurf wuchs bei den Anhängern die Bereitschaft, sie zu verteidigen.

In dieser Lage war Käßmann jedoch manövrierunfähig geworden. Wuchs ihr das Amt da nicht über den Kopf? Jedes Wort, das sie sagte, wurde als Aussage der evangelischen Kirche interpretiert. Als sie sich zum Krieg in Afghanistan äußerte, hagelte es Kritik. Insbesondere aus der kirchennahen Union. Sie stand im Rampenlicht und musste den Anschein wahren, dass sie EKD-Boss kann. Bloß keine Schwäche zeigen! Alles andere wäre Wasser auf den Mühlen ihrer und der Frauen Feinde gewesen.

Ein Rücktritt hätte das öffentliche Bild einer starken Einzelkämpferin zerstört. Aus Käßmann wäre eine unglaubwürdige Gestalt wie Westerwelle geworden.

Wie ein Glücksfall kam da die nächtliche Alkoholfahrt in Hannover über die rote Ampel.

Wer ertränkt nicht einmal gerne seinen Alltagsstress in ein paar Gläschen Wein? Und rote Ampeln sind nachts überflüssig, wo doch sowieso alle schlafen. Etliche ehrliche Autofahrer mussten zugeben: Auch sie haben schon rote Ampeln überfahren. Und vielleicht auch mit Wein im Blut die Heimfahrt angetreten.

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Uli in Medien am 01.05.2013 um 20.28 Uhr

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