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Der Blog des Goldseelchen-Verlags
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Wie ein einfacher Flugzettel den Sinn der Sprache verwirrt

Nein sagen - bloß wie?


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Bild: Uli
 (© Eckdose)

Missstände sind weit verbreitete Bestandteile unserer Gesellschaft. Die meisten werden nicht als Fehler wahrgenommen, sondern mit undurchdachtem Verhalten unterstützt. Wer aufklärt, kann schon auch mal neue Missstände erzeugen...

Der Missstand: Flüchtlinge werden ausgegrenzt

Ein gewaltiger Fehler ist die Ausgrenzung von Menschen. Ausgegrenzt werden nicht diejenigen, die in Deutschland geboren sind. Ausgegrenzt werden bei uns Menschen zweiter Klasse, Menschen, die ihre Heimat aus gewichtigen Gründen verlassen haben, ihre gesamte aufgebaute Existenz aufgegeben haben, um nach Deutschland zu kommen. Das Grundgesetz verbietet, sie als Menschen zweiter Klasse zu behandeln. Das hindert aber niemanden daran, Diskriminierungen als Wohltätigkeiten darzustellen.

In Tübingen wehrt sich ein Aktionskreis gegen „Sachleistungen“ an Flüchtlinge in der „Sammelunterkunft“. Das Gesetz stellt nämlich frei, ob Asylbewerbern – die ein Jahr lang Arbeits-Verbot haben – Geld gegeben wird, damit sie sich Essen, Kleidung und Hygieneartikel kaufen können. Alternativ können sie „Sachleistungen“ erhalten, d.h., der Landkreis Tübingen bezahlt mit viel Geld eine Firma, die zum Teil mangelhafte Ware an die Asylbewerber-Lager verteilt. Logistisch ist das sehr aufwändig, die zusätzlichen LKW-Fahrten pusten Abgase in die Luft. Die Menschen in ihren Lagern sind abhängig von vorgefertigten Lebensmittel-Listen, hundert Bestell-Punkten für zwei Tage und der Hoffnung, dass in der nächsten „Essenskiste“ nicht wieder unbrauchbare Ersatzware ankommt. Einkaufen wird damit verhindert, die Flüchtlinge bleiben für die Gesellschaft weitgehend unsichtbar. Kurzum: Sie werden ausgegrenzt.

Ein Motto gegen den Missstand

Also sagt die Aktionsgruppe: „Essenskisten weg!“ Während der Vorlesungszeiten an der Uni findet einmal monatlich eine Informationsveranstaltung an verschiedenen Orten statt. Den Flüchtlingen werden Essenskisten abgekauft, ein Essen wird gekocht und gegen Spende bei den Veranstaltungen serviert. Um möglichst viele Gäste einzuladen, wird mit Flugzetteln auf die Termine aufmerksam gemacht.

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Uli in Gesellschaft am 21.11.2011 um 12.40 Uhr

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