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Improvisation | Platte von Preacheridoo


Fotograf: Uli
 (© Eckdose)


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Jetzt ist fertig gestellt, was live schon da war, aber erst einmal die Reifung brauchte, um passend zu absolut professioneller Gestaltung unter die Leute zu kommen. Ich halte die Scheibe "Improvisation - live -" von der Feuchtwanger Christrock-Bänd "Preacheridoo" in der Hand. Ihr Abschlusskonzert hätte es werden sollen, was seinerzeit für das Album aufgenommen wurde. Jetzt aber war es nur der letzte Auftritt mit Sängerin Conny Müller (die nach Malaysia ging) gewesen, die Gruppe tourt weiter mit verengter Besetzung. Ob sich das klanglich allzu negativ auswirkt, kann ich nicht beurteilen. Mit der CD haben sie jedenfalls sich verewigt und zeigen, ob man sie auch mehrfach hören kann.

Die Aufmachung verheimlicht nicht, um welche es Inhalte es geht. Ein Kreuz bildet die rotgefärbte und gefaltete Liedliste vom Auftritt (die Reihenfolge ist demnach auch ganz dem Abend nachempfunden). Mit dem Kreuz wird gesagt: „wir beschäftigen uns mit christlichen Themen“. Mit dem flotten Schriftzug wird gesagt: „wir sind auf der Höhe der Zeit und verpacken unser Produkt, wie es ihm gebührt“. So ähnlich wird garantiert die Äußerung sein, wenn man nach dem Sinn fragt. Und das Produkt muss sich bestimmt nicht verstecken, auch wenn es "nur" ein Live-Mitschnitt ist mit eben typischer Live-„Improvisations“-Atmosphäre. Die Aufnahmequalität ist, wie das Cover, sehr professionell. Lisa Schweiger, Pianistin und Co-Sängerin, hat sich auch mächtig mit Matthias Hofmann, dem Produzenten, ins Zeug gelegt.

Nun aber möchte ich mein vorweggenommenes, positives Urteil doch noch ein wenig begründen und differenzieren. Lied 1, „Venimus“, wirkt für den Ersthörer wohl etwas befremdlich – mein einziger Kritikpunkt. Christoph Soldner legt los mit einer Basslinie, und dummerweise arhythmisch dazu klingend, steigen Conny und Lisa mit "oh-ho" ein. Unglücklich oder gewagte Absicht - ich weiß es nicht. Bis man sich hereingehört hat, sind 15 Sekunden vergangen, dann legt das Lied aber voll los - Hannes Kampf mit seinem Schlagzeuggeklöppel könnte man vielleicht besser hören. Dafür klingt die Gitarre von Sarah Zischler gut durch. Der Bass aber führt - wie bei allen Liedern, gleich nach dem Gesang. „Venimus“ hat einen Touch Afrika in sich - und spricht eine neue Sprache.

"Be in the Light" erzählt mehr. Und legt rockig mit Connys starkem Gesang und Lisas beim Refräng dazu. Ein echter Ohrwurm - macht Spaß zu hören. Vielleicht, weil die Basis-Akkorde sehr simpel eine Sekundenreihung sind, dafür eben eingängig. Ein wenig an Tori Amos Gesang erinnerte mich „Sunglasses“. Sparsam eingesetzte, aber doch tragende Instrumentalbegleitung. Hier tritt auch wieder die Stärke der Vokalstimmen zu Tage. Bridges wirken bei Preacheridoo gut und stechen hervor. Denn die Sängerinnen haben alle Charakter in ihren Stimmen - unverkennbar. Conny ist meist auf Sopran liegend, während Lisa häufig eine Terz darunter ergänzt.

Rocken tun auf ihre Weise alle Lieder - was das Prädikat „Christrock“, das wohl auch von manchem leider als abwertend empfunden werden könnte, rechtfertigt. Ruhigeres wie das balladeske „Voll Vertrauen“ lässt aber auch die Texte hervortreten. „Voll Vertrauen gehe ich den Weg mit Dir, mein Gott“ - ein Lied, das wohl eine Hommage an den häufigen Auftrittsrahmen ist. In der Kirche wirkt es abwechslungreich, alleinstehend oder zwischen den anderen Rock-Liedern eher ein wenig verloren. Leider. Dafür aber ist das nachfolgende "Kreuzlied" umso mehr in die Beine gehend, dessen Intonation mich an das englische christliche Lied „The Lame Man“ erinnert. Preacheridoo kann durchaus auch getanzt werden!

Entspannen kann man sich beim Wunderschönen „Heart of Worship“. Ruhigen Pop würde ich das Genre nennen - das Lied ist ein amerikanischer Kirchenschlager. Die Zweistimmigkeit wird hier warm und lebt richtig auf. „When the music fades and all is stripped away.“: Die Rhytmus-Instrumente spielen nun wirklich nur noch ihre Rhytmus-Rolle, anders als bei den ersten Liedern, wo sie fast ein wenig überwiegen.

Wild, gewagt oder einfach nur fremdländisch-arabesk und trotzdem animierend, ergreifend ist der „Good Friday“. Die Terz im Stimmenabstand ist hier wohl Hauptmerkmal - was mich während des Auftrittes seinerzeit ein wenig an die Girlgroup „Wonderwall“ erinnerte, jetzt aber mehr auf mich wie die konsequente Entwicklung der Stücke von Preacheridoo wirkt. Experimenteller (positiv!) wird es noch in den letzten beiden Stücken des Albums. „Transparent“ und „This is Life“ haben ein wenig psychedelisch-sphärische Instrumentalparts, die wellenförmig dahinlaufen - für ein Stück gut, länger dürfte es aber mit Rücksicht auf den abwechslungsgeilen Zuhörer kaum sein. Die Perfektion, die aber dahinter steckt und der Gedanke, dass dieses doch hauptsächlich fehlerlos erscheinende Werk vor Publikum eingespielt wurde, macht alle wieder wett. Wäre die CD nicht nur begrenzt produziert worden, würde ich sie euch glatt empfehlen, zu kaufen. Egal, ob ihr Christen seid, an Gott glaubt oder nicht - denn das Musikalische ist hörenswert, die Texte, von denen einige im Booklet abgedruckt sind, haben Hand und Fuß. Und die Musik kommt nahe, geht hinein und macht Spaß.

Hier die Übersicht über die Titel:

1. Venimus

2. Be in the light

3. Sunglasses

4. History Maker

5. Voll Vertrauen

6. Kreuzlied

7. Blissfullness

8. Heart of worship

9. Good friday

10. Transparent

11. This is Life

Jetzt ist fertig gestellt, was live schon da war, aber erst einmal die Reifung brauchte, um passend zu absolut professioneller Gestaltung unter die Leute zu kommen. Ich halte die Scheibe "Improvisation - live -" von der Feuchtwanger Christrock-Bänd "Preacheridoo" in der Hand. Ihr Abschlusskonzert hätte es werden sollen, was seinerzeit für das Album aufgenommen wurde. Jetzt aber war es nur der letzte Auftritt mit Sängerin Conny Müller (die nach Malaysia ging) gewesen, die Gruppe tourt weiter mit verengter Besetzung. Ob sich das klanglich allzu negativ auswirkt, kann ich nicht beurteilen. Mit der CD haben sie jedenfalls sich verewigt und zeigen, ob man sie auch mehrfach hören kann.

Die Aufmachung verheimlicht nicht, um welche es Inhalte es geht. Ein Kreuz bildet die rotgefärbte und gefaltete Liedliste vom Auftritt (die Reihenfolge ist demnach auch ganz dem Abend nachempfunden). Mit dem Kreuz wird gesagt: „wir beschäftigen uns mit christlichen Themen“. Mit dem flotten Schriftzug wird gesagt: „wir sind auf der Höhe der Zeit und verpacken unser Produkt, wie es ihm gebührt“. So ähnlich wird garantiert die Äußerung sein, wenn man nach dem Sinn fragt. Und das Produkt muss sich bestimmt nicht verstecken, auch wenn es "nur" ein Live-Mitschnitt ist mit eben typischer Live-„Improvisations“-Atmosphäre. Die Aufnahmequalität ist, wie das Cover, sehr professionell. Lisa Schweiger, Pianistin und Co-Sängerin, hat sich auch mächtig mit Matthias Hofmann, dem Produzenten, ins Zeug gelegt.

Nun aber möchte ich mein vorweggenommenes, positives Urteil doch noch ein wenig begründen und differenzieren. Lied 1, „Venimus“, wirkt für den Ersthörer wohl etwas befremdlich – mein einziger Kritikpunkt. Christoph Soldner legt los mit einer Basslinie, und dummerweise arhythmisch dazu klingend, steigen Conny und Lisa mit "oh-ho" ein. Unglücklich oder gewagte Absicht - ich weiß es nicht. Bis man sich hereingehört hat, sind 15 Sekunden vergangen, dann legt das Lied aber voll los - Hannes Kampf mit seinem Schlagzeuggeklöppel könnte man vielleicht besser hören. Dafür klingt die Gitarre von Sarah Zischler gut durch. Der Bass aber führt - wie bei allen Liedern, gleich nach dem Gesang. „Venimus“ hat einen Touch Afrika in sich - und spricht eine neue Sprache.

"Be in the Light" erzählt mehr. Und legt rockig mit Connys starkem Gesang und Lisas beim Refräng dazu. Ein echter Ohrwurm - macht Spaß zu hören. Vielleicht, weil die Basis-Akkorde sehr simpel eine Sekundenreihung sind, dafür eben eingängig. Ein wenig an Tori Amos Gesang erinnerte mich „Sunglasses“. Sparsam eingesetzte, aber doch tragende Instrumentalbegleitung. Hier tritt auch wieder die Stärke der Vokalstimmen zu Tage. Bridges wirken bei Preacheridoo gut und stechen hervor. Denn die Sängerinnen haben alle Charakter in ihren Stimmen - unverkennbar. Conny ist meist auf Sopran liegend, während Lisa häufig eine Terz darunter ergänzt.

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Uli in MAT: Newcomer am 21.01.2007 um 20.36 Uhr

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