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Der Blog des Goldseelchen-Verlags
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Landjugendtheater


Fotograf: Uli
 (© Eckdose)

Mit dem Dreiakter „Ausziehen zieht an“ tourt die bayerische Landjugend Dinkelsbühl aktuell von Ort zu Ort. Elf Darsteller zeigen in dem Stück mit viel Humor, was passiert, wenn das Rotlichtmilieu auf dem Dorf Einzug hält. Prekäre Verstrickungen, Verschwörungen aus Eifersuchtsgründen und brenzlige Situationen mit Slapstick-Charakter sorgten bei bislang drei ausverkauften Vorführungen für heitere Unterhaltung.

Im Mittelpunkt des Bühnengeschehens steht die Wirtsfamilie des ernsten und besorgten Wirtes Walter Präg (Thomas Lechler). Alles direkte Geschehen spielt sich im authentisch nachgebildeten Gastsaal ab, der dank drei Türen schon zu Beginn Zentrum der Verwirrungen wird. Ein gemütlicher Knecht, „der Karl halt“, der sich vor nichts fürchtet, außer vor Arbeit, sitzt in Mitten einer hektischen Umgebung. Diese Arbeitsfurcht bringt Thomas Soldner glaubhaft zum Ausdruck. Schnell erobert er sich die Herzen des Publikums, denn die Faulheit des Knechts, gepaart mit seinem Stolz über die fehlende Bildung, nimmt noch der brenzligsten Szene ihren Ernst.

Getragen wird die Gastwirtschaft wohl alleine von der arbeitsamen Magd und Ersatzwirtsfrau Erna Huber. Ihr Charakter wird von Andrea Breitfelder dargestellt, die dem ganzen Stück Zug verschafft. Kaum von ihrer Seite weicht, bis sie sich (unglücklich) verliebt, das scheue Zimmermädchen Annette Frick. Steht irgendwo Arbeit an, muss sie anrücken und ist sie gerade recht. Ansonsten wird ihr deutlich zu verstehen gegeben, dass sie das fünfte Rad am Wagen ist. Dieses tragische Schicksal bringt Nicole Vogelgsang zum Leben, komplett Reduziert auf Männertollheit und resignierte Mitarbeit.

Mit der Verwandtschaft des Wirtes beginnen die Verhängnisse. Seine Tochter Sonja, von der Wirtstochter Carina Klein mit vollem Verständnis für diese nicht immer einfache Rolle verkörpert, hat ein Verhältnis mit dem „Schmuddelwirt“ Erwin Schnell. Dieser Erwin, ganz geschäftsmännisch gespielt von Sebastian Rögele, eröffnet direkt neben der Kirche ein neues Lokal und lädt zur Einweihung das ganze Dorf zur kostenlosen Völlerei ein. Da ist natürlich auch der Bruder des Präg-Wirtes sofort dabei. Blicke auf alles, was weiblich ist, Neigungen zu allem, was Alkohol enthält, und glänzende Abwesenheit bei Schwierigkeiten sind die drei Seiten, die Michael Rögele in dieser Rolle zeigt.

Spätestens, als sich Claire (Yvonne Graf), die Stripperin aus Paris, beim Präg ein Zimmer mietet und mit ihrer aufreizenden Art alle Blicke auf sich zieht, wird klar, was es mit dem neuen Lokal auf sich hat. Das Publikum lacht Tränen, als Karl wie von der Tarantel gestochen in den „Night-Club“ zum „Schdribbeahse“ rennt. Spät nachts kehren die Männer, vollgetankt, heim. Völlig aufgelöst auch die unglückliche Wirtstochter, die nichts mehr vom Erwin wissen will.

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otto-normverb in MAT: Events am 05.03.2008 um 11.58 Uhr

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