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Tod und Ewigkeit

Was kann ich wissen?


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Fotograf: Uli
 (© Eckdose)


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Nun sag, wie hast du’s mit dem Tod? – Zugegebenermaßen stellt man diese Frage recht selten. Meistens will man sich ihr ja auch gar nicht stellen. Wenn dann doch der Fall X eintritt, dann wird es ernst. Dabei meine ich nun gar nicht den Tod. Ich meine die Situation, in der man genötigt ist, eine Traueranzeige zu formulieren und dabei irgendwie die Quadratur des Kreises schaffen muss. Zunächst sind da natürlich die Verstorbenen. Irgendwie soll ja ihr Ableben der Welt kommuniziert werden. Dann ist da aber auch noch die eigene Beziehung zu den Verstorbenen. Irgendwie schafft man es schwer, davon abzusehen. Und dann ist da eben die Frage, der man jetzt nicht mehr aus dem Weg gehen kann: „Nun sag, wie hast du’s mit dem Tod?“ Sie stellt sich dem, der ein Statement zum Tod auf eine Traueranzeige druckt. Kein Wunder, dass viele darauf verzichten.

Bei den anderen liest man dann: „Sie wird in unseren Herzen weiterleben.“, „Tot ist nur, wer vergessen wird.“, „Als die Kraft zu Ende ging, war Sterben eine Erlösung.“, „Du bist nicht tot, du wechselst nur die Räume.“ Man kann also sagen, überwiegend wird das Faktum des Todes schlicht geleugnet. Oder das Faktum des Todes wird soweit verschoben, dass man selbst nicht mehr darüber nachdenken muss. Wenn der andere in meinem Herzen weiterlebt, ja, dann stirbt er ja erst, wenn ich sterbe und wenn ich gestorben bin, muss mich das ja nicht mehr kümmern.

In der Philosophie sagt man, der Mensch sei das Wesen, das weiß, dass es sterben wird. Wir brauchen gar nicht in Heideggers Rede vom „Sein zum Tode“ einsteigen, um uns klar zu machen, was das bedeutet: Wir wissen, dass wir sterben werden. Das ist Fakt. Ein unbequemer Fakt. Trotzdem ein Fakt. Genau wie der Tod selbst. Wie verhalten wir uns jetzt dazu? Sich gar nicht dazu zu verhalten, ist die bequemste Lösung. Deswegen machen das so viele. Und deswegen schreibt man auf die Traueranzeige einfach nur, wer wann gestorben ist und wann man sich von ihm verabschieden wird und wer die Hinterbliebenen sind.

Aber nochmal: Wieso sollte jemand deswegen nicht tot sein, weil er in irgendeines Herzens weiterlebt? Bestenfalls ist er deshalb nur „noch nicht“ tot. Eine verschobene Grenze, aber dennoch eine unhintergehbare Grenze. Spätestens mit der Erinnerung wäre demnach dann jeder endgültig tot und dann? Und dann? Nun sag, wie hast du’s mit dem Tod?

Eine Zeitung hat mal eine Umfrage gemacht. Sie hat nachgefragt, nach dem Tod. Danach, was nach dem Tod ist. Die Umfrage fand in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts statt. Viele kluge Leute wurden gefragt. Ich weiß nicht, ob man klug sein muss, um auf die Frage nach dem Tod eine Antwort zu geben. Ich glaube es nicht, weil ich glaube, dass das Nach dem Tod keine Frage des Wissens ist. Martin Buber hat das auch nicht geglaubt. Seine Antwort taugt, so meine ich, nicht nur als Statement auf einer Traueranzeige:

„Der echte Glaube spricht: Ich weiß nichts vom Tod, aber ich weiß, dass Gott die Ewigkeit ist, und ich weiß dies noch, dass es mein Gott ist.“

(Martin Buber, MBW 12, 189)

Nun sag, wie hast du’s mit dem Tod? – Zugegebenermaßen stellt man diese Frage recht selten. Meistens will man sich ihr ja auch gar nicht stellen. Wenn dann doch der Fall X eintritt, dann wird es ernst. Dabei meine ich nun gar nicht den Tod. Ich meine die Situation, in der man genötigt ist, eine Traueranzeige zu formulieren und dabei irgendwie die Quadratur des Kreises schaffen muss. Zunächst sind da natürlich die Verstorbenen. Irgendwie soll ja ihr Ableben der Welt kommuniziert werden. Dann ist da aber auch noch die eigene Beziehung zu den Verstorbenen. Irgendwie schafft man es schwer, davon abzusehen. Und dann ist da eben die Frage, der man jetzt nicht mehr aus dem Weg gehen kann: „Nun sag, wie hast du’s mit dem Tod?“ Sie stellt sich dem, der ein Statement zum Tod auf eine Traueranzeige druckt. Kein Wunder, dass viele darauf verzichten.

Bei den anderen liest man dann: „Sie wird in unseren Herzen weiterleben.“, „Tot ist nur, wer vergessen wird.“, „Als die Kraft zu Ende ging, war Sterben eine Erlösung.“, „Du bist nicht tot, du wechselst nur die Räume.“ Man kann also sagen, überwiegend wird das Faktum des Todes schlicht geleugnet. Oder das Faktum des Todes wird soweit verschoben, dass man selbst nicht mehr darüber nachdenken muss. Wenn der andere in meinem Herzen weiterlebt, ja, dann stirbt er ja erst, wenn ich sterbe und wenn ich gestorben bin, muss mich das ja nicht mehr kümmern.

In der Philosophie sagt man, der Mensch sei das Wesen, das weiß, dass es sterben wird. Wir brauchen gar nicht in Heideggers Rede vom „Sein zum Tode“ einsteigen, um uns klar zu machen, was das bedeutet: Wir wissen, dass wir sterben werden. Das ist Fakt. Ein unbequemer Fakt. Trotzdem ein Fakt. Genau wie der Tod selbst. Wie verhalten wir uns jetzt dazu? Sich gar nicht dazu zu verhalten, ist die bequemste Lösung. Deswegen machen das so viele. Und deswegen schreibt man auf die Traueranzeige einfach nur, wer wann gestorben ist und wann man sich von ihm verabschieden wird und wer die Hinterbliebenen sind.

Aber nochmal: Wieso sollte jemand deswegen nicht tot sein, weil er in irgendeines Herzens weiterlebt? Bestenfalls ist er deshalb nur „noch nicht“ tot. Eine verschobene Grenze, aber dennoch eine unhintergehbare Grenze. Spätestens mit der Erinnerung wäre demnach dann jeder endgültig tot und dann? Und dann? Nun sag, wie hast du’s mit dem Tod?

Eine Zeitung hat mal eine Umfrage gemacht. Sie hat nachgefragt, nach dem Tod. Danach, was nach dem Tod ist. Die Umfrage fand in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts statt. Viele kluge Leute wurden gefragt. Ich weiß nicht, ob man klug sein muss, um auf die Frage nach dem Tod eine Antwort zu geben. Ich glaube es nicht, weil ich glaube, dass das Nach dem Tod keine Frage des Wissens ist. Martin Buber hat das auch nicht geglaubt. Seine Antwort taugt, so meine ich, nicht nur als Statement auf einer Traueranzeige:

„Der echte Glaube spricht: Ich weiß nichts vom Tod, aber ich weiß, dass Gott die Ewigkeit ist, und ich weiß dies noch, dass es mein Gott ist.“

(Martin Buber, MBW 12, 189)

sophie in Philosophie am 30.03.2018 um 13.22 Uhr

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