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Der Blog des Goldseelchen-Verlags
Bayern liefert seine Grundschüler der Verlegerlobby aus
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„Die Kinder sollten formulieren, dass er die Information überprüft.“ (Mappe S. 9)
Jetzt kommt der Blogger. Ein Mädchen hat den Überfall beobachtet. Ihr Freund „Bernd“ sitzt am Computer und schreibt ein Tagebuch. Die Mappe dazu:
„Das Tagebuch steht im Netz und kann von jedem aufgerufen werden. Ein Tagebuch im Internet nennt man auch Blog. Schreiben Sie den Begriff an die Tafel. Was ist das Besondere eines Blogs? Die Kinder sollten erkennen, dass ein Blog, wie ein Tagebuch, immer eine ganz persönliche Schilderung ist. Bernd schreibt z. B. von den Gefühlen seiner Freundin (‚Sie hatte richtig Angst’).“ (Mappe S. 9)
Danach steht eine Liste mit sonstigen Informations-Möglichkeiten im Netz. An erster Stelle stehen „Informationsseiten von Zeitungen“, danach „Webseiten von Privatleuten/ Verbänden/ Vereinen“, als letztes „Communitys und Chats“. Seiten von Unternehmen, Produkten und Behörden fehlen ganz.
Im nächsten Schritt folgt das genaue Hinsehen. Im Vergleich der Nachricht in beiden Medien fällt der Unterschied ins Auge. Der Skater, ein „Junge auf Rollschuhen“, ist im Blog zum „Mädchen auf einem Fahrrad“ geworden. Auch sämtliche andere wichtige Angaben hat der ungenaue Bernd verfälscht. Eine rhetorische Frage schließt sich an: „Welchen Informationen kann man trauen?“ Die Manipulation baut auf die hohen Umfragewerte für die Zeitung auf:
„Fragt man Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren, welchem Medium sie bei widersprüchlichen Informationen am ehesten glauben würden, steht die Tageszeitung immer noch auf Platz eins – vor dem Fernsehen, dem Radio und dem Internet (vgl. Jugendstudie JIM 2008, Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest).“ (Mappe, S. 3f.)
Das frage ich mich nun auch. „Nur wer Hintergrundwissen zu den Verbreitungswegen hat, kann erkennen, ob eine Nachricht glaubwürdig ist oder nicht.“, sagen die Herausgeber in der Zusammenfassung ihrer Unterrichtsmappe . Ehrenhaft ist es, über „Nachrichtenwege in die Zeitung und in das Internet“ aufklären zu wollen. Informationen bewerten und auf Quellenangaben zu achten ebenso. Aber: Missbraucht nicht gerade diese Indoktrinierung das Vertrauen der Eltern, Lehrer und Schüler in den Staat?
Uli in Medien am 29.01.2011 um 20.40 Uhr
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