Der Blog des Goldseelchen-Verlags
für Tagfalter und Nachtdenker

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Ein blaues Buch über Dinge, die nicht sein dürften

Ich bin eine Hexe


Fotograf: Uli
 (© Eckdose)

Judith Jannberg nennt sich die Frau, die sich selbst als Hexe bezeichnet. Aufgeschrieben wurden die Texte des dünnen blauen Buchs von Gisela Meussling in den 1980er Jahren. Das Werk ist keine Ausgabe, wie sie bei Thalia oder Hugendubel in den vorderen Schaufenstern ausliegt. Das Werk ist auch nichts, was bei Weltbild in der Esoterik-Ecke zu finden ist. Trotz Gedanken über Tiefgründiges der Seele taucht dieses Wort kaum auf. Religion, wie wir sie für gewöhnlich kennen, wird höchstens kritisch beäugt.


Fotograf: Uli
 (© Eckdose)

Judith Jannberg nennt sich die Frau, die sich selbst als Hexe bezeichnet. Aufgeschrieben wurden die Texte des dünnen blauen Buchs von Gisela Meussling in den 1980er Jahren. Das Werk ist keine Ausgabe, wie sie bei Thalia oder Hugendubel in den vorderen Schaufenstern ausliegt. Das Werk ist auch nichts, was bei Weltbild in der Esoterik-Ecke zu finden ist. Trotz Gedanken über Tiefgründiges der Seele taucht dieses Wort kaum auf. Religion, wie wir sie für gewöhnlich kennen, wird höchstens kritisch beäugt.

Auf dem Deckel des Buches steht gar eine Aufforderung an „die katholische und die evangelischen Kirchen“ zur Rehabilitation der Hexen. In Gottes Namen wurden im christlichen Raum lange ins 19. Jahrhundert hinein noch Frauen misshandelt, gefangen genommen, zur Ehe gezwungen oder ermordet. Alles legitimiert durch „die Kirche“. Gestützt hatte sich wohl die geistliche Obrigkeit vor allem auf das Empfinden des Volkes: Alleinlebende sind nicht geheuer – Alleinlebende können gefährlich sein. Wer alleinerziehende Eltern kennt, weiß, dass diese Vorurteile noch heute bestehen. Die Gründe hinter den Vorurteilen beschreibt die Autorin.

Jannberg ist Feministin. Sie hat irgendwann eine Scheidung hinter sich gebracht. Das Resultat steht in dem Buch „Ich bin ich“. Ihre Sicht auf Männer ist negativ, aber nicht einseitig. Männer, so sagt sie, verfügen nur über Macht. Frauen dagegen sind mächtig. Sobald Männer das merken, werden sie gewalttätig. Frauen lassen sich unterdrücken – aus Angst vor Gewalt.

Sie redet mit Männern, ist ihnen aber haushoch überlegen. Schreibt sie zumindest so. Dem Hexenforscher Sergius Golowin spricht sie stellvertretend die Kenntnisse ab. Denn Jannbergs vorliegendes Buch „Ich bin eine Hexe“ ist primär ein Buch über Erfahrungen, die ein Mann nicht haben kann: er war nie Hexe.

Als Leiterin von Selbstfindungsseminaren führt die moderne Hexe Rückführungen durch. In somatischen (körperlichen) Erinnerungen werden Situationen aus früheren Zeiten, gar vorherigen Leben neu durch-lebt. Die Erkenntnisse stehen in kurzen Fallbeschreibungen beschrieben. Erinnerungsbrücken werden sichtbar, als Jannberg ihre frühen Erfahrungen erzählt. Stück für Stück treten Fetzen einer unangenehmen, traumatischen Vorvergangenheit auf. Schritt für Schritt wird aus der Selbstfindung ein Politikum. Am Ende steht da ein Netzwerk wiederauferstander Hexen. „Die Hexen sind wieder da“ – befreit vom Zeitgeist und selbst-bewusst durch Aktivistinnen wie Jannberg sind diese Frauen fähig, ihr uraltes Wissen neu anzuwenden.

Ein Buch, fernab von gewohnten Strecken, fernab von geglaubter Realität, fernab von erhofften Sicherheiten. Durch und durch lesenswert: Judith Jannberg, Ich bin eine Hexe. Erfahrungen und Gedanken. Gebraucht für 1 Cent (plus 3 Euro Versandkosten) im Weltnetz zu finden.

Auf dem Deckel des Buches steht gar eine Aufforderung an „die katholische und die evangelischen Kirchen“ zur Rehabilitation der Hexen. In Gottes Namen wurden im christlichen Raum lange ins 19. Jahrhundert hinein noch Frauen misshandelt, gefangen genommen, zur Ehe gezwungen oder ermordet. Alles legitimiert durch „die Kirche“. Gestützt hatte sich wohl die geistliche Obrigkeit vor allem auf das Empfinden des Volkes: Alleinlebende sind nicht geheuer – Alleinlebende können gefährlich sein. Wer alleinerziehende Eltern kennt, weiß, dass diese Vorurteile noch heute bestehen. Die Gründe hinter den Vorurteilen beschreibt die Autorin.

Jannberg ist Feministin. Sie hat irgendwann eine Scheidung hinter sich gebracht. Das Resultat steht in dem Buch „Ich bin ich“. Ihre Sicht auf Männer ist negativ, aber nicht einseitig. Männer, so sagt sie, verfügen nur über Macht. Frauen dagegen sind mächtig. Sobald Männer das merken, werden sie gewalttätig. Frauen lassen sich unterdrücken – aus Angst vor Gewalt.

Sie redet mit Männern, ist ihnen aber haushoch überlegen. Schreibt sie zumindest so. Dem Hexenforscher Sergius Golowin spricht sie stellvertretend die Kenntnisse ab. Denn Jannbergs vorliegendes Buch „Ich bin eine Hexe“ ist primär ein Buch über Erfahrungen, die ein Mann nicht haben kann: er war nie Hexe.

Als Leiterin von Selbstfindungsseminaren führt die moderne Hexe Rückführungen durch. In somatischen (körperlichen) Erinnerungen werden Situationen aus früheren Zeiten, gar vorherigen Leben neu durch-lebt. Die Erkenntnisse stehen in kurzen Fallbeschreibungen beschrieben. Erinnerungsbrücken werden sichtbar, als Jannberg ihre frühen Erfahrungen erzählt. Stück für Stück treten Fetzen einer unangenehmen, traumatischen Vorvergangenheit auf. Schritt für Schritt wird aus der Selbstfindung ein Politikum. Am Ende steht da ein Netzwerk wiederauferstander Hexen. „Die Hexen sind wieder da“ – befreit vom Zeitgeist und selbst-bewusst durch Aktivistinnen wie Jannberg sind diese Frauen fähig, ihr uraltes Wissen neu anzuwenden.

Ein Buch, fernab von gewohnten Strecken, fernab von geglaubter Realität, fernab von erhofften Sicherheiten. Durch und durch lesenswert: Judith Jannberg, Ich bin eine Hexe. Erfahrungen und Gedanken. Gebraucht für 1 Cent (plus 3 Euro Versandkosten) im Weltnetz zu finden.

Uli in Literatur am 26.02.2010 um 20.32 Uhr

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