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Der Blog des Goldseelchen-Verlags
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Film und Buch im kurzen Vergleich

Die Stadt der Blinden von Jose Saramago


Fotograf: HannaH
 (© Eckdose)

In einer Stadt werden die Einwohner blind und nur einer Frau bleibt das Augenlicht erhalten. Sie übernimmt die Verantwortung über eine Gruppe und während der Blindheit tun sich menschliche Abgründe auf. Auch mit dem Verschwinden der kollektiven Blindheit sind am Ende nicht alle Probleme gelöst.

Sciencefiction als eine Metapher der Menschlichkeit und ihrer Natur. Der Film dreht sich weniger um eine seltsame Krankheit und die Katastrophe, welche sie umgibt. Vielmehr handelt “Stadt der Blinden” von der Verwirklichung einer Realität, in der alle Bewohner an ihre Grenzen stoßen.. Die Blindheit der Menschen führt zum Chaos, aber nicht weil die Augen nichts mehr sehen, sondern weil einige der blinden Menschen von Gefühlen nichts mehr wissen wollen, wodurch ihre dunkle Seite an die Oberfläche kommt, was man in vielen Klassikern sehen kann, zum Beispiel in dem Buch: “Der Herr der Fliegen” von William Golding.

Ganz anders ist das Gefühl, wenn man das Buch liest. Nicht weil Saramago etwas anderes ausdrücken wollte, sondern weil der Leser das Buch als Unwissender aufschlägt: ohne große Erwartungen fühlt er sich wie ein Blinder in Mitten anderer Blinder. Er kann ebensowenig wie die Charaktere im Buch sehen. Dadurch bleibt ihm nur seine Fantasie und die perfekte Kombination mit dem poetischen Prosa von Jose Saramago.

“Ensaio sobre a cegueira”, der original Titel des Werkes des Nobelpreisträgers, bedeutet “Essay über die Blindheit”: darin finden sich die Komplexität, welche im Film nicht unbedingt zu sehen ist, und die tiefen Gedanken, die dem Film am meisten fehlten.

Im Essay lässt Saramago eine versteckte Frage offen, welche der Leser selbst entdecken soll.

Die Redaktion dankt Salome für ihren Beitrag.

Bosso in MAT: KunstKultur am 30.12.2008 um 11.08 Uhr

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