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Der Blog des Goldseelchen-Verlags
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Ghanaerin geworden


Fotograf: Matyes
 (© Eckdose)

Wie meine Schwester Ghanaerin wurde

oder: FSJ in Afrika

Kurz nach Pfingsten 2006 kam die Überraschung ins Haus Brunner geflattert: die ältere Tochter hatte die Zusage, ein FSJ in einem Waisenhaus in Ghana absolvieren zu können. Nach einer zweiwöchigen Schulung durch die Organisation nahm Laura Brunner (damals 20) das „Abenteuer Afrika“, zusammen mit einem weiteren Freiwilligen, im September in Angriff.

Schon am Flughafen in Accra musste Laura feststellen: Ghana ist ja komplett anders als Deutschland! Dieser Eindruck sollte sich im Laufe des Jahres noch verstärken, denn abgesehen davon dass dort ein anderes Klima herrscht und Beerdigungen wie Partys gefeiert werden, haben Ghanaer beispielsweise auch eine etwas andere Arbeitsmoral, denn wenn sie keine Lust haben zu arbeiten oder zu Müde sind, dann arbeiten sie auch nicht. Das gilt für Lokführer, Ärzte und alle weiteren Berufe.

Im Waisenhaus angekommen übernahm Laura dann die Tätigkeit, die vorher ein Ghanaer inne hatte: sie brachte den 3- bis 12- jährigen Grundkenntnisse in Englisch bei und leitete den so genannten Kindergarten, um die Kinder auf ihre Schulzeit vorzubereiten. Schnell musste sie feststellen, dass die Sitten in Ghana nicht unbedingt den deutschen gleichen, denn in Ghana ist es üblich, dass die Jüngeren den Älteren gehorchen. So schmetterte der Heimleiter (von allen Daddy genannt) Verbesserungsvorschläge mit sehr konservativen Begründungen einfach ab.

Eine andere Schwierigkeit die es zu meistern galt war, dass die Kinder kaum English sprachen, sondern den landesüblichen Dialekt Twi, den Laura sich mit der Zeit immer besser aneignete. Mit der „Haushälterin“ Grace verstand sie sich von Anfang an und mit der Zeit wuchs auch Daddys Vertrauen in sie, so dass sie langsam ihre Ideen in die Tat umsetzten konnte und dank einiger Spenden aus Deutschland konnte ein kleines Spielkarussell für die Kinder aufgebaut werden. Dank einiger Kuscheltierspenden konnten sie auch den ghanaischen Kindern ein wenig deutsche Traditionen nahe bringen: Laura führte den Nikolaus in Ghana ein und am 6. Dezember bekam jedes Kind ein Kuscheltier geschenkt und selbst Madame Dorcas. die mittlerweile Graces’ Stelle übernommen hatte glaubte die Geschichte des Nikolaus und rief 2007 sogar an, ob wohl der Nikolaus wieder käme.

Ein weiteres besonderes Erlebnis fiel glücklicherweise auf das Jahr 2006: 50 Jahre Unabhängigkeit. Die Stimmung am Nationalfeiertag war so fröhlich wie zu Zeiten der Fußball – WM in Deutschland und überall auf den Straßen und Plätzen wurde gefeiert und Fahnen und Spruchbänder wurden aufgehängt.

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broesel in MAT: Sonstiges am 18.02.2008 um 13.20 Uhr

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