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Der Blog des Goldseelchen-Verlags
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Weihnachtsgeschichte 2019

Als Tante Edeltraut der Punsch ausging

Wir hoffen, Ihr verbringt gesegnete Weihnachtsfeiertage! An Heiligabend und dem ersten Weihnachtsfeiertag haben wir wieder eine Weihnachtsgeschichte geschrieben. Über Rückmeldungen und Kommentare freuen wir uns.

Die folgenden Ereignisse spielen sich in einem kleinen Dorf ab. Es ist Advent, wo man sich gerne eine besinnliche Zeit wünscht. Weil man sich dabei gegenseitig an Erwartungen übertrifft und in geschäftiger Besinnlichkeit beim Plätzchenbacken im Akkord, Zukleistern der Fenster mit Sternen und der Suche nach dem adäquaten Weihnachtsgeschenkverpackungspapier in den Farben des Jahres verausgabt, ist an Weihnachten selbst die Luft raus und man kann schlichtweg nicht mehr. Unser Dorf ist froh, dass es da Tante Edeltraut mit ihrem traditionellen Weihnachtspunsch gibt. Man trifft sich am Heiligabendvormittag und findet bei sanftem Nippen an gewürzduftdampfenden Tassen etwas Ruhe. Aber in diesem Jahr kommt alles anders.

Eine hervorragende Ausgangslage

An der Alten Dorfstraße, wo kurz vor der Bushaltestelle Dorfmitte die Kirchstraße abzweigt, steht ein altes Wohn- und Geschäftshaus. Seine Lage ist eigentlich ganz hervorragend: Schräg gegenüber reihen sich in der Kirchstraße die Fleischerei Linde, das Gasthaus Linde und dann die Linde selbst auf dem Kirchplatz vor der Kirche. In der Alten Dorfstraße gibt es auf Höhe der Bushaltestelle die Sparkasse. In ihren Schaufenstern kann man sich, während man auf den stündlichen Bus wartet, Immobilienanzeigen zu Gemüte führen. Weil sich aber diejenigen, die im Dorf den Bus nehmen, sowieso keine Immobilie leisten können, können sie direkt daneben auch die Kreditempfehlungen studieren. Vor zwei Jahren hat die Filiale kundenorientiert die Servicezeiten angepasst. Tatjana Reimer lächelt jetzt nur noch an zwei Vormittagen die Woche seriös über den Schalter.

Die florierende Geschäftsmeile wird von der gegenüberliegenden Bäckerei Wurster abgeschlossen. In deren Schaufenstern tummeln sich seit geraumer Zeit dauergrinsende Himmelswesen mit Flügeln, die das Weihnachtsgebäck vom hausgemachten Baumkuchen bis zum Vanillekipferl zuckersüß bewerben. Hier können die verbliebenen Einwohner auch am Sonntagmorgen Brötchen und die Zeitung holen. „An Weihnachten haben wir geschlossen“, steht aber handschriftlich auf dem Zettel, der mit Klebefilm neben die Öffnungszeiten an die Glaseingangstüre gehängt wurde.

An Weihnachten geschlossen hat auch der Laden im Wohn- und Geschäftshaus. Weil die Lage so hervorragend ist, hat er auch an den anderen 363 Tagen im Jahr geschlossen. Dort, wo die Farbe noch nicht abgeblättert ist, lassen die Putzreste eine einst ziemlich grellgelbe Fassade erkennen. Neben drei raumhohen Schaufenstern hat mal jemand den Versuch unternommen, einen neuen Anstrich auszuprobieren. Der hellrosa Pastellton sieht gar nicht gut aus und passt auch nicht in die Alte Dorfstraße, finden die Anwohner.

Auch wenn über den Schaufenstern der Schriftzug „ENGELMANN“ noch daran erinnert, dass hier Theodor Engelmann und seine Familie seit Jahrzehnten Lebensmittel, Haushaltswaren, den neuesten Tratsch und allerlei andere Nützlichkeiten angeboten hatten, sind die einzigen noch sichtbaren Waren die vergilbten Zeitungen, die den Blick durch die Schaufenster verwehren. Lediglich der neueste Tratsch ist im Dorf noch erhältlich. Und zwar kundenorientiert an zwei Vormittagen die Woche in der Sparkassenfiliale bei Tatjana Reimer.

Seit Elfriede Engelmann vor fünf Jahren aus Altersgründen das letzte Mal das „Geöffnet“-Schild auf „Geschlossen“ gewendet hat, steht der Laden im Wohn- und Geschäftshaus leer. Man würde dem Dorf aber unrecht tun, behauptete man, es sei nicht versucht worden, ihn wieder aufzumachen. Im Ortsboten hatte man zwischenzeitlich von diversen Ideen gelesen. Der letzte Versuch war es, ein Nagelstudio einzurichten. Daher auch die Farbprobe. Vorletzten Herbst hingen plötzlich glitzernde Banner vor den Zeitungen im Schaufenster: „NEUERÖFFNUNG im Februar: NADJA’S MAGIC NAILS!“. Außer Frau Reimer, die angeblich den Kredit vermittelt hatte, kannte niemand diese Nadja. Es wurde Februar. Und jetzt ist es Dezember und noch immer kennt keiner Nadja. Aber die Banner hängen!

Tante Edeltraut

Nun, da wir ein Bild vom Dorf haben, kommen wir zur eigentlichen Geschichte. Wenn man den Neuen Weg – die erste nach der Sparkasse links – einbiegt, ist das dritte Haus auf der linken Seite das von Edeltraut Hahnebuth. Man könnte viel von ihr erzählen. Also beschränken wir uns auf das, was alle hier im Dorf von ihr wissen.

...

Die ganze Geschichte war nur über Weihnachten online. Wenn es sie als Buch gibt, darfst Du sie gerne kaufen, um sie komplett zu lesen.

sophie in Literatur am 26.12.2019 um 10.51 Uhr

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Kommentare

Kommentar:

Was für eine wunderbare
Weihnachtsgeschichte!

Kim am 27.12.2019 um 08.52 Uhr.


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