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Was uns Erkenntnisse gebracht haben: Nichts

Der Mensch, das begrenzte Wesen


Für eine größere Ansicht anklicken.
Urheber: Camille Flammarion 1888
 (Creative Commons)


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Schöne Grafiken zeigen den gewaltigen Fortschritt, den die menschliche Entwicklung zurückgelegt hat: Die Naturwissenschaft hat nach und nach herausgefunden, dass weder der Mensch, die Erde, noch die Sonne Zentrum des Alls seien. Von der primitiven Egozentrik über das nicht weniger dumme geozentrische zum heliozentrischen Weltbild scheint ein stetes Aufwärts an Wissen und Vernunft geführt zu haben. Unterwegs standen ein paar Märtyrer ein für die Sache der Zentrumsverschiebung. Nun endlich siegt die Vernunft. Alles ist besser als zuvor. Mitleidig blickt der dezentralisierte Mensch auf seine Ahnen im dunklen Mittelalter, fühlt sich schlauer, vernünftiger und intelligenter. Dabei ist er wahrscheinlich bornierter und dümmer.

Es ist kein Fortschritt, mit mathematischen Formeln zu beschreiben, was sich worum dreht. Das ist eine schöne Denkleistung, die vielleicht voraussagt, was wann wo „am Himmel“ zu sehen ist. Die antiken Sternbeobachter haben ebenfalls für kommende Jahre und Jahrzehnte die Gestirnkonstellationen vorhersagen können. Wenn auch, bedarfsgemäß, weniger umfassend und längst nicht für die Dauer der Ewigkeit, wie es der Astronomie der Gegenwart gelingt. Ob die Erde ewig hält oder bereits in über Millionen Jahren enden wird, ist zwar interessant zu wissen, aber schlichtweg irrelevant. Seine Endlichkeit lässt es ihn nicht erleben.

Und es ist den Menschen genauso egal, ob die Sonne auf- und untergeht oder ob sich nur die Erde selber dreht. Die meisten Menschen bleiben Egozentriker. Es kam bei ihnen nicht einmal die Neuerung an, dass sich der Kosmos nicht um den Einzelnen, sondern um die Sonne dreht.

Als der Mensch sich selbst erkannte, war die Welt noch wirklich unendlich. Dass die Erdoberfläche zum Kreis gekrümmt ist, wussten bereits die antiken Naturbeobachter. Nicht erst Kolumbus hatte diese Idee. Die Vorstellung, einmal um die Erde zu reisen, um am Ausgangspunkt anzukommen, dürfte undenkbar und etwa ähnlich fantastisch gewesen sein, wie die Idee, zum gedachten Ende des Universums zu fliegen. Beim Gedanken an die Reise um die Erde dürften sich unsere Vorfahren richtig winzig und unbedeutend vorgekommen sein – egal, ob sich alles um die Erde drehte oder die Erde nur Teil eines drehenden Ganzen war.

Der Mensch, der sich auf der Erde klein fühlte, wird noch nicht die perversen Erfindungen zur Zerstörung seiner Welt ersonnen haben. Auch hätte er lieber Wüsten fruchtbar und Wasser trinkbar gemacht, anstatt fossile Wälder zu verbrennen, um Werkzeug ins All zu schleudern. Er fühlte sich als Teil einer Schöpfung, nicht als Herrscher der Welt.

Nicht Glaube an zweifelhaften Fortschritt und die Überlegenheit des menschlichen Geistes prägten sein Handeln. Sondern die spürbare Begrenztheit seines Daseins und die Verantwortung für sein Tun bestimmten sein Leben.

Der Fortschritt, den die Naturwissenschaft in der Abkehr vom geo- und heliozentrischen Weltbild sieht, ist in Wirklichkeit ein Rückschritt. Er macht den Menschen zum Gott und stellt ihn über die Natur. Mit der Ignoranz für das, was Mensch und Natur unmittelbar angeht, und dem Gefühl, besser zu sein, leistet der Glaube an die umfassende Kraft der Naturwissenschaft dem Menschen einen Bärendienst. Die Erde wird nicht wohnlicher, das Leben nicht angenehmer oder länger.

„Wenn ich deinen Himmel sehe, das Werk deiner Finger, Mond und Sterne, die du gegründet hast: Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und der Menschensohn, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn wenig geringer gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrscher über die Werke deiner Hände gemacht, alles hast du unter seine Füße gestellt: Schafe und Rinder, sie alle, und auch die Tiere des Feldes, Vögel des Himmels und Fische des Meeres, was die Pfade der Meere durchzieht.“ (Ps 8,4-9)

Anstatt sich nach Dingen zu sehnen, die er nicht erreichen kann, sollte der Mensch, das begrenzte Wesen, sich auf das besinnen, was er ist, was er hat und was seine Aufgabe ist.

Schöne Grafiken zeigen den gewaltigen Fortschritt, den die menschliche Entwicklung zurückgelegt hat: Die Naturwissenschaft hat nach und nach herausgefunden, dass weder der Mensch, die Erde, noch die Sonne Zentrum des Alls seien. Von der primitiven Egozentrik über das nicht weniger dumme geozentrische zum heliozentrischen Weltbild scheint ein stetes Aufwärts an Wissen und Vernunft geführt zu haben. Unterwegs standen ein paar Märtyrer ein für die Sache der Zentrumsverschiebung. Nun endlich siegt die Vernunft. Alles ist besser als zuvor. Mitleidig blickt der dezentralisierte Mensch auf seine Ahnen im dunklen Mittelalter, fühlt sich schlauer, vernünftiger und intelligenter. Dabei ist er wahrscheinlich bornierter und dümmer.

Es ist kein Fortschritt, mit mathematischen Formeln zu beschreiben, was sich worum dreht. Das ist eine schöne Denkleistung, die vielleicht voraussagt, was wann wo „am Himmel“ zu sehen ist. Die antiken Sternbeobachter haben ebenfalls für kommende Jahre und Jahrzehnte die Gestirnkonstellationen vorhersagen können. Wenn auch, bedarfsgemäß, weniger umfassend und längst nicht für die Dauer der Ewigkeit, wie es der Astronomie der Gegenwart gelingt. Ob die Erde ewig hält oder bereits in über Millionen Jahren enden wird, ist zwar interessant zu wissen, aber schlichtweg irrelevant. Seine Endlichkeit lässt es ihn nicht erleben.

Und es ist den Menschen genauso egal, ob die Sonne auf- und untergeht oder ob sich nur die Erde selber dreht. Die meisten Menschen bleiben Egozentriker. Es kam bei ihnen nicht einmal die Neuerung an, dass sich der Kosmos nicht um den Einzelnen, sondern um die Sonne dreht.

Als der Mensch sich selbst erkannte, war die Welt noch wirklich unendlich. Dass die Erdoberfläche zum Kreis gekrümmt ist, wussten bereits die antiken Naturbeobachter. Nicht erst Kolumbus hatte diese Idee. Die Vorstellung, einmal um die Erde zu reisen, um am Ausgangspunkt anzukommen, dürfte undenkbar und etwa ähnlich fantastisch gewesen sein, wie die Idee, zum gedachten Ende des Universums zu fliegen. Beim Gedanken an die Reise um die Erde dürften sich unsere Vorfahren richtig winzig und unbedeutend vorgekommen sein – egal, ob sich alles um die Erde drehte oder die Erde nur Teil eines drehenden Ganzen war.

Der Mensch, der sich auf der Erde klein fühlte, wird noch nicht die perversen Erfindungen zur Zerstörung seiner Welt ersonnen haben. Auch hätte er lieber Wüsten fruchtbar und Wasser trinkbar gemacht, anstatt fossile Wälder zu verbrennen, um Werkzeug ins All zu schleudern. Er fühlte sich als Teil einer Schöpfung, nicht als Herrscher der Welt.

Nicht Glaube an zweifelhaften Fortschritt und die Überlegenheit des menschlichen Geistes prägten sein Handeln. Sondern die spürbare Begrenztheit seines Daseins und die Verantwortung für sein Tun bestimmten sein Leben.

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Uli in Philosophie am 10.12.2012 um 18.17 Uhr

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