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Der Blog des Goldseelchen-Verlags
für Tagfalter und Nachtdenker

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Sturz der Vergangenheit in den Morgenkaffee

Fund des Tages


Fotograf: Bosso
 (© Eckdose)

Auch dieses Semester zwingt mich mein literaturgeschichtliches Seminar wieder allerhand Bücher und Artikel zu lesen, die ich mir wohl in einem anderen Fall nie zu Gemüte geführt hätte. Was jedoch nicht an Ignoranz, sondern einem weitaus stärkeren Interesse an einem anderen literarischen Genre liegt.

Um das Budget natürlich nicht zu überstrapazieren, man aber doch mit dem ein oder anderen gewichtigen Werk sein Bücherregal bereichern möchte, geht man gerne auf die Suche nach gebrauchter Ware, auch wenn der Zustand des Buches oftmals zu wünschen übrig lässt. Aber das nimmt man durchaus gerne mal in Kauf, wenn sich die Ersparnis auf bis zu 99,846 Prozent errechnen lässt. Ein weiterer Aspekt an gebrauchten Büchern ist auch oft der „Nachlass“ des Vorbesitzers. Mit ein wenig Glück wurde einem bereits das Anstreichen wichtiger Passagen oder das Hinzufügen von Randnotizen übernommen.

In meinem Fall fiel mir bei der morgendlichen Lektüre ein handschriftlich bekritzelter Zeitungsausschnitt beinahe in den Kaffee, durch den der Vorbesitzer wohl erst auf das Buch, welches nun ich in Händen halte, aufmerksam wurde – es handelt sich übrigens um Gottfried Benns „Doppelleben“. Dem Artikel zufolge, zählte dessen Autor „Doppelleben“ zu den beiden Büchern – und nur diese beiden –, die er als einzige deutschsprachige in ein Bücherregal zusammen mit Hemingways „Farewell to arms“ und Scott Fitzgeralds „The Great Gatsby“ stellen würde, da wohl sonst keine Bücher der letzten Jahrzehnte eine vergleichbare Wirkung auf ihn gehabt hätten... der Ausschnitt stammt von 1995

Schön ist auch der Preishinweis. Eigentlich mache ich solche Vergleiche nicht, aber in diesem Fall hat es mich einfach gejuckt: Preis damals waren 22 Mark; heute kostet das Buch 13,90 Euro. Mit Umrechnerei komme ich jedenfalls auf eine Preiserhöhung (wenn wir die Inflation einmal außer acht lassen; aber selbst dann wäre der Preis sicherlich nicht identisch). Aber ich will nicht anfangen darüber zu reden, wie schön früher alles einmal war... ;)

Zusätzlich zum Artikel fiel auch noch eine dieser damals sehr beliebten Umfrage-Postkarten aus dem Büchlein... mich würde durchaus interessieren, ob ich damit noch an der darauf beschriebenen jährlichen Verlosung für Bücher im Wert von 50 – 400 Mark teilnehmen könnte... natürlich nur, wenn der Vordruck in der Zeit von 5 Postleitzahlen überhaupt noch ankommt; 7000 Stuttgart gibt’s halt nicht mehr... erinnert mich übrigens gerade an Rolf... hachja, damals...

Bosso in Literatur am 06.05.2010 um 10.52 Uhr

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