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Wortgedanken darüber

Am Anfang ...


Fotograf: Uli
 (© Eckdose)

Am Anfang war das Wort. Ein beliebter Anfang würde so anfangen. So auch diese Gedanken, die dem Wort folgen möchten. Vom Wort gehen Gedanken aus. Ohne Wort, ohne Begriff ist Existentes nicht fassbar. Dem Begreifbaren geht der Begriff voraus. Dem Sinn geht ein Wort voraus. Um ein Neues zu schaffen, ist erst Altes zu räumen. Ehe man es sieht, muss das Wort bestehen. Siehst du denn nicht, wie es wächst? Nein, denn das Wort war noch nicht.

Am Anfang war das Wort. So plagt sich Faust im gleichnamigen Drama mit einer Übersetzung. Der Gelehrte möchte dem Sinn nachspüren – und verzweifelt. Fehlt ihm doch das Wort, den Sinn begreifbar zu machen. Ein Wort einer anderen Sprache schon ist unmöglich zu fassen. Enger noch: Das Wort des Nächsten, das eigene Wort des Vortages, sind unübersetzbar, unverständlich, unbegreifbar. Das Wort steht für sich und will nicht reden.

Am Anfang war das Wort. Überraschend wandelte ein Wortgewandter einen großen Epos vom Anfang ab. Er setzt dem Fassbaren das Unfassbare vorneweg. Erkennend, aber verstummend, kann er nichts anderes nennen, als den Sinn an sich. Ein Wort war. Alles andere musste folgen. Johannes, der Wortgewandte, wusste, dass jedes Wort zuviel an Sinn zu wenig sein würde. Mit knappen Worten sprach er nach, was er am Anfang begriffen hatte. Mehr Worte hätte er gebraucht, um klar zu zeichnen. Je mehr Worte er brauchte, desto verschwommener wurde der Anfang.

Am Anfang war mehr als ein Wort. Am Anfang war das Unsagbare. Durch ein Wort wird es greifbar. Zugleich entzieht es sich. Dem Anfang nachzuspüren vermögen keine Worte. Am Ende fehlt das .

Uli in Philosophie am 03.05.2010 um 21.26 Uhr

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