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Der Blog des Goldseelchen-Verlags
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Agro-Gentechnik - Nein danke!


Fotograf: HannaH
 (© Eckdose)

Am Montag, dem 16. Februar, war Rosenheim in Auffuhr, denn es stand hoher Besuch an. Dr. Vandana Shiva, indische Quantenphysikerin, Bürgerrechtlerin, Feministin, Umweltschützerin und Preisträgerin des Alternativen Nobelpreises 1993, war auf eine Veranstaltung von „Zivilcourage Rosenheim“, einer Arbeitsgruppe aus freien Bauern und Bürgern, eingeladen worden. Das ganze fand in der festlich, nach bayrischer Tradition geschmückten Inntalhalle statt. Aus dem gesamten Alpenvorland kamen Landwirte und Agrogentechnik - Gegner. Insgesamt war die Halle mit 3500 Zuhörer gefüllt, die erwartungsvoll auf den Ehrengast warteten.

Die Agrogentechnik wird immer mehr zu einem Thema in unserer globalen Weltordnung. Obwohl die meisten Menschen gegen gentechnisch veränderte Organismen (GVO) sind, werden sie doch überall eingesetzt. In Amerika z.B. sind schon seit Jahren GVO in Lebensmitteln zu finden, auch wenn man nicht weiß, wie sich diese auf den menschlichen Organismus auswirken. Angebaut wird beispielsweise genveränderter Soja, der schon lange als Tiernahrung verwendet wird. In Deutschland darf Soja zwar noch nicht angebaut werden, wobei der Import erlaubt ist und auch genutzt wird. Der genveränderte BT-Mais (dem Mais wurde ein Gen einer Bakterie eingepflanzt, das dafür verantwortlich ist, ein Gift herzustellen, das z.B. für den Maiszünsler tödlich ist; so kann der Mais sein eigenes Insektizid herstellen) darf in der Bundesrepublik aber ganz legal angebaut werden.

Ob Bakteriengene in einer Pflanze oder menschliche Wachstumshormone in Fischen: Es scheint so, als ob alles erlaubt sei und keiner wisse, welche Auswirkungen diese „Gencocktails“ auf das natürliche Ökosystem haben. Bislang gibt es auch noch keine Studien darüber. Dies liegt vor allem daran, dass die Wissenschaftler in den Saatgutfirmen nicht unabhängig sind und es nur sehr wenige unabhängige Forscher gibt, die objektiv an das Thema herangehen.

Vor allem der amerikanische Konzern Monsanto, der 80 Prozent des globalen Saatgutbereichs beherrscht, bringt das gentechnisch veränderte Saatgut weltweit unter die Bauern. Dabei geht es nicht mehr um die Lösung des weltweiten Hungerproblems, sondern einzig und allein um den Profit und die Macht. Macht über das Saatgut bzw. die Nahrung ist eine wirksamere Waffe, als irgendeine Bombe.

   Vandana Shiva; © Wikipedia

Vandana Shiva hat es sich als Ziel gesetzt, gegen die Agrogentechnik und die Konzerne, die dahinter stehen, zu kämpfen und vor allem auch alte Saatgutsorten zu erhalten. Bei ihrem Vortrag bestärkte sie die Bauern in ihrem Kampf und verwies noch einmal auf die Gefahren. Sie weiß, wovon sie spricht: In Indien haben sich unzählige Bauern von der genveränderten BT-Baumwolle (siehe BT-Mais) abhängig gemacht. Es hat sich herausgestellt, dass die genveränderte Baumwolle nicht ganz so funktioniert, wie es anfänglich gedacht war und die Bauern trotzdem noch Insektizide spritzen müssen. Nun haben sie teilweise Ernteverluste zu verbuchen. Ein weiteres Problem ist, dass kaum ein anderes Saatgut auf dem Markt vorhanden ist. Die Bauern, die sich dabei hoch verschulden, sehen den einzige Ausweg nur noch im Freitod. Weniger als alle sechs Stunden bringt sich ein indischer Bauer aus diesem Grund um.

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HannaH in MAT: Polis am 14.03.2009 um 19.23 Uhr

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Kommentare

Kommentar:

kannst ab sommer au bei mir kaufen der manu macht sich nämlich sein eigenes futter nur mit regenwasser und erde :aua:

manu am 16.03.2009 um 17.28 Uhr.


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