Der Blog des Goldseelchen-Verlags
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Plädoyer, die Vogel-Futterhäuschen stehen zu lassen

Füllt sie mit Leben!


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Fotograf: Uli
 (© Eckdose)


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Hat jemand schon einmal einen Star aus nächster Nähe gesehen? Also, einen dieser lustigen Vögel, die oft in Gruppen unterwegs sind? Die viele Geräusche nachahmen, manchmal tschilpen wie eine Meise und manchmal klingen, als seien sie ein Raubvogel?

Auf unserer Küchenfensterbank sind fast jeden Tag Stare zu Besuch. Sie knabbern in aller Ruhe Erdnusskerne, Rosinen, Haferflocken. Von der Spüle aus kann man sie genau studieren: Ihre dolchförmigen Schnäbel, ihr grün-braun schimmerndes scheckiges Gefieder. Und vom Esstisch aus sehen wir sie, als würden sie tanzen, wenn sie neugierig beim Essen die Köpfchen immer wieder in die Höhe strecken und über den Fensterrahmen hinüber lugen.

Heute Nacht hat es geschneit. Der März hat seine Hälfte überschritten – so viel Schnee lag den ganzen letzten Winter nicht. Auch die Fensterbank war heute Morgen zugedeckt von einer weißen Puderschicht. Ich streute zwei Handvoll Futter dazu. Nur eine schöne Elster kam vorbei. Zuerst sahen wir nur Ihren rabenschwarzen Rabenkopf. Mit ihren schönen Kulleraugen blinzelte sie uns an, während sie die Erdnüsse aus dem Schnee stocherte. Als sie sich streckte, sahen wir die weiße Schürze. Keckernd flog sie von der Fensterbank auf die Brandmauer, mit blau schimmerndem Schwanz wippend rudernd.

Auch ein Spatzenpaar traute sich heraus aus der Winterlandschaft und konnte, als nun gegen Mittag der Schnee getaut war, sich am Müslibüffet bedienen. Sie sind so klein, dass wir ihre Anwesenheit nur beim An- und Abflug sehen oder ihr klagendes Tschilpen vernehmen.

Obwohl es Vogelfutterhäuschen auch beim Depot, in der Dekoabteilung des Möbelhauses oder im Weihnachtssortiment beim Discounter gibt und der Adventskatalog Meisenknödel in Christbaumform enthält: Futterstellen für Vögel sind keine Adventsdekoration. Wer das Vogelhäuschen mit den Fröbelsternchen Anfang Januar in der Kiste auf dem Dachboden verstaut, kann das Füttersortiment im Folgejahr auch gleich weglassen. Denn was haben die Vögel davon, sich auf einen verlässlichen Platz einzustellen und dann, wenn die Reste auf den Feldern verschwunden sind, leer auszugehen?

Dass die Vögel draußen in der Natur schon genug fänden, ist ein Irrtum. Wo vor zwanzig Jahren noch die alten Menschen in der Nachbarschaft ihr Gemüse zogen und vor zehn Jahren die hoch betagten Witwen in den Vorgärten eine Blütenpracht an Sonnenblumen pflegten, sind heute praktische Stellplätze und kurz getrimmte Rasen übrig geblieben. Die Samenkapseln, die früher noch auf dem Kompost trockneten und einer Schar Spatzen für eine Woche Winterbrot boten, werden heute bereits im Herbst mit der Biotonne abtransportiert. Wenn sie denn noch wachsen! Für Gärten nehmen sich nur wenige die Zeit – und die Großväter, die im Spätwinter ihre geknackten Walnüsse mit den Meisen teilten, gibt es nicht mehr.

Nicht nur, wer sich mit uns daran freut, die schillernden Geschöpfe der Lüfte aus der Nähe willkommen zu heißen, sollte auch nach Weihnachten noch lange die Vögel füttern. Alle, die sich am Gezwitscher kurz vor Sonnenaufgang oder am Singspiel der Amseln kurz nach der Abenddämmerung freuen, alle, für die zum Leben auch ein bisschen Leichtigkeit und Musik dazu gehört, sollten den Vögeln dabei helfen, mit uns Gäste in dieser Welt bleiben zu können. Unsere Parole zum verschneiten Sonntag: Lasst die Futterhäuschen draußen und füllt sie mit Leben!

Das oben stehende Bild zeigt übrigens unsere Küchenfensterbank. Von außen lugt ein Star herein. Innen sitzt unser jüngster Zebrafink Hilde. Immer, wenn die Außenvögel zu Besuch sind, fliegt Hilde aufs Fensterbrett und wohnt der Fütterung bei.

Hat jemand schon einmal einen Star aus nächster Nähe gesehen? Also, einen dieser lustigen Vögel, die oft in Gruppen unterwegs sind? Die viele Geräusche nachahmen, manchmal tschilpen wie eine Meise und manchmal klingen, als seien sie ein Raubvogel?

Auf unserer Küchenfensterbank sind fast jeden Tag Stare zu Besuch. Sie knabbern in aller Ruhe Erdnusskerne, Rosinen, Haferflocken. Von der Spüle aus kann man sie genau studieren: Ihre dolchförmigen Schnäbel, ihr grün-braun schimmerndes scheckiges Gefieder. Und vom Esstisch aus sehen wir sie, als würden sie tanzen, wenn sie neugierig beim Essen die Köpfchen immer wieder in die Höhe strecken und über den Fensterrahmen hinüber lugen.

Heute Nacht hat es geschneit. Der März hat seine Hälfte überschritten – so viel Schnee lag den ganzen letzten Winter nicht. Auch die Fensterbank war heute Morgen zugedeckt von einer weißen Puderschicht. Ich streute zwei Handvoll Futter dazu. Nur eine schöne Elster kam vorbei. Zuerst sahen wir nur Ihren rabenschwarzen Rabenkopf. Mit ihren schönen Kulleraugen blinzelte sie uns an, während sie die Erdnüsse aus dem Schnee stocherte. Als sie sich streckte, sahen wir die weiße Schürze. Keckernd flog sie von der Fensterbank auf die Brandmauer, mit blau schimmerndem Schwanz wippend rudernd.

Auch ein Spatzenpaar traute sich heraus aus der Winterlandschaft und konnte, als nun gegen Mittag der Schnee getaut war, sich am Müslibüffet bedienen. Sie sind so klein, dass wir ihre Anwesenheit nur beim An- und Abflug sehen oder ihr klagendes Tschilpen vernehmen.

Obwohl es Vogelfutterhäuschen auch beim Depot, in der Dekoabteilung des Möbelhauses oder im Weihnachtssortiment beim Discounter gibt und der Adventskatalog Meisenknödel in Christbaumform enthält: Futterstellen für Vögel sind keine Adventsdekoration. Wer das Vogelhäuschen mit den Fröbelsternchen Anfang Januar in der Kiste auf dem Dachboden verstaut, kann das Füttersortiment im Folgejahr auch gleich weglassen. Denn was haben die Vögel davon, sich auf einen verlässlichen Platz einzustellen und dann, wenn die Reste auf den Feldern verschwunden sind, leer auszugehen?

Dass die Vögel draußen in der Natur schon genug fänden, ist ein Irrtum. Wo vor zwanzig Jahren noch die alten Menschen in der Nachbarschaft ihr Gemüse zogen und vor zehn Jahren die hoch betagten Witwen in den Vorgärten eine Blütenpracht an Sonnenblumen pflegten, sind heute praktische Stellplätze und kurz getrimmte Rasen übrig geblieben. Die Samenkapseln, die früher noch auf dem Kompost trockneten und einer Schar Spatzen für eine Woche Winterbrot boten, werden heute bereits im Herbst mit der Biotonne abtransportiert. Wenn sie denn noch wachsen! Für Gärten nehmen sich nur wenige die Zeit – und die Großväter, die im Spätwinter ihre geknackten Walnüsse mit den Meisen teilten, gibt es nicht mehr.

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Uli in Lebenskunde am 18.03.2018 um 13.16 Uhr

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