Der Blog des Goldseelchen-Verlags
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Gott als Hirte

Von Lämmern und Gefahren


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Fotograf: Uli
 (© Eckdose)


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Auf einer Wiese stehen viele Schafe. Friedlich zermalmen sie das Gras. Der Schäfer läuft mitten unter ihnen. Da bückt er sich plötzlich und zerrt ein Lämmchen an den Hinterbeinen aus der Herde, trägt es zum Schäferwagen und sperrt es mit dessen Mutter dort ein. Noch ein Lämmchen holt er so und ein weiteres. Die jungen Tiere blöken, die Mütter maulen – kein schöner Anblick.

Als alle Jungtiere und alle Muttertiere im Wagen verstaut sind, wendet sich der Schäfer den menschlichen Beobachtern zu: „Ich weiß, das sieht brutal aus. Wenn ich aber nicht die neugeborenen Lämmer aus der Herde nehme, würden sie den Tag möglicherweise nicht überleben. Es braucht nur ein Hund bellen und sich ein Schaf erschrecken. Und dann rennt die Herde als unkontrollierte Masse los. So ein kleines Tier hat da keine Chance. Es würde von den anderen einfach zertrampelt werden.“

Wenn der Schäfer scheinbar grausam die Lämmer aus der Herde reißt, schützt er sie in Wirklichkeit vor einer Gefahr, die weder die Schafe noch menschliche Beobachter abschätzen können. Der Schäfer bewahrt seine Lämmchen vor Schlimmerem.

Die Bibel vergleicht Gott mit einem Hirten. „Der Herr ist mein Hirte“, heißt es im wohl berühmtesten Psalm (Psalm 23). Meistens wird das so verstanden, dass Gott sich wie der Schäfer um die Menschen, seine Schafe, kümmert. Der Hirte versorgt die Schafe mit allem, was sie zum Leben brauchen, bringt sie zu Wasserstellen und bewahrt sie vor drohenden Gefahren.

Die Begegnung mit dem Schäfer, der Lämmchen aus der Herde zerrt, zeigt aber noch etwas: Manchmal wird der Hirte als ganz schön brutal erfahren und es bleibt völlig unerklärlich, warum er so grausam zu seinen Schafen ist. Der Hirte, dem wir begegneten, gab uns die Erklärung: Er handelt so augenscheinlich brutal, weil er Schlimmeres verhindern, das Leben der wehrlosen Lämmer retten will. Der „Hirte Gott“ gibt solch eine einleuchtende Erklärung selten. Vielleicht ist es aber auch da manchmal so: Erlebnisse, die uns Menschen grausam oder brutal erscheinen, können tatsächlich Fürsorge sein. Der Hirte bewahrt seine Lämmchen vor Schlimmerem.

Auf einer Wiese stehen viele Schafe. Friedlich zermalmen sie das Gras. Der Schäfer läuft mitten unter ihnen. Da bückt er sich plötzlich und zerrt ein Lämmchen an den Hinterbeinen aus der Herde, trägt es zum Schäferwagen und sperrt es mit dessen Mutter dort ein. Noch ein Lämmchen holt er so und ein weiteres. Die jungen Tiere blöken, die Mütter maulen – kein schöner Anblick.

Als alle Jungtiere und alle Muttertiere im Wagen verstaut sind, wendet sich der Schäfer den menschlichen Beobachtern zu: „Ich weiß, das sieht brutal aus. Wenn ich aber nicht die neugeborenen Lämmer aus der Herde nehme, würden sie den Tag möglicherweise nicht überleben. Es braucht nur ein Hund bellen und sich ein Schaf erschrecken. Und dann rennt die Herde als unkontrollierte Masse los. So ein kleines Tier hat da keine Chance. Es würde von den anderen einfach zertrampelt werden.“

Wenn der Schäfer scheinbar grausam die Lämmer aus der Herde reißt, schützt er sie in Wirklichkeit vor einer Gefahr, die weder die Schafe noch menschliche Beobachter abschätzen können. Der Schäfer bewahrt seine Lämmchen vor Schlimmerem.

Die Bibel vergleicht Gott mit einem Hirten. „Der Herr ist mein Hirte“, heißt es im wohl berühmtesten Psalm (Psalm 23). Meistens wird das so verstanden, dass Gott sich wie der Schäfer um die Menschen, seine Schafe, kümmert. Der Hirte versorgt die Schafe mit allem, was sie zum Leben brauchen, bringt sie zu Wasserstellen und bewahrt sie vor drohenden Gefahren.

Die Begegnung mit dem Schäfer, der Lämmchen aus der Herde zerrt, zeigt aber noch etwas: Manchmal wird der Hirte als ganz schön brutal erfahren und es bleibt völlig unerklärlich, warum er so grausam zu seinen Schafen ist. Der Hirte, dem wir begegneten, gab uns die Erklärung: Er handelt so augenscheinlich brutal, weil er Schlimmeres verhindern, das Leben der wehrlosen Lämmer retten will. Der „Hirte Gott“ gibt solch eine einleuchtende Erklärung selten. Vielleicht ist es aber auch da manchmal so: Erlebnisse, die uns Menschen grausam oder brutal erscheinen, können tatsächlich Fürsorge sein. Der Hirte bewahrt seine Lämmchen vor Schlimmerem.

sophie und Uli in st.eckdose am 30.04.2017 um 11.39 Uhr


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