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Der Blog des Goldseelchen-Verlags
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Die blasphemische Antwort auf ein Titelbild

Leider keine Witzfiguren


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Fotograf: Uli
 (© Eckdose)

Eine Comicfigur mit Vollbart, Turban und Thawb hält ein Solidaritätsschild nach den Anschlägen von Paris hoch. Eine Träne läuft ihr aus dem Auge. Soweit das Titelbild von Charlie Hebdo. Nahezu alle europäischen Zeitungen haben es reproduziert. Es dürfte schwer gewesen sein, sich dieser Grafik zu entziehen.

Nüchtern betrachtet ist das Bild die Karikatur eines Menschen aus dem Orient. Das Stereotyp eines Arabers sähe so aus. Es müsste nicht einmal ein Muslim sein.

Für die Herausgeber der Pariser Satirezeitschrift soll das der islamische Prophet Mohammed sein. In seinem Namen hatten Gewalttäter ein Massaker in der Redaktion angerichtet. Die Botschaft des Bildes soll zweierlei vermitteln: Man lasse seine Meinungsfreiheit nicht durch Gewalttäter einschränken. Man sei diese Solidarität den für die Meinungsfreiheit Verstorben schuldig. Und: Auch der islamische Prophet Mohammed solidarisiere sich (aus Sicht der Redaktion) mit den Opfern der Anschläge.

Einige Muslime können da gar nicht lachen. Zum einen hatten sie wohl gedacht, die Gewalttat habe den Redakteuren nun ein für alle Mal klar gemacht, dass man ihren Propheten nicht abbilden dürfe. Andererseits solidarisieren sie sich mit den Tätern – und gehen auch von einer Identifizierung seitens ihres Religionsstifters aus.

Der erneute Versuch einer „Mohammedkarikatur“ auf dem Titelbild war der erwartbare Reflex der Charlie-Hebdo-Redaktion. Was hätte, nach einem Mord wegen missbilligter Äußerungen, dort anderes sein sollen?

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Uli in Gesellschaft am 17.01.2015 um 12.13 Uhr


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