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Gedankenspiel über eine Vision vom Tod des Papstes

Die Warnung


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Fotograf: Uli
 (© Eckdose)


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Der Papst ist tot. Die Einschüsse durchziehen den leblosen Körper, der eben noch ein Interview als Oberhaupt der römischen Kirche gegeben hat. Was keiner vermutet hätte: Der Attentäter kam in den abgesicherten Bereich, weil er sich auf der Rückbank des gepanzerten Vatikan-Wagens versteckt hatte. Dann sprang der Mörder heraus und schoss. Die größte Sicherheitslücke und Gefährdung politischer Oberhäupter sind die eigenen Leibwachen. Die indische Premierministerin Indira Gandhi ermordeten zum Beispiel ihre Sikh-Leibwächter.

Nein, Ratzinger lebt noch, sein Vorgänger Wojtyła hatte die Schüsse eines Attentats lange überlebt und der erste Johannes Paul wurde laut Verschwörungstheorien zumindest nicht erschossen. Dass Päpste nicht unsterblich sind, auch nicht durch himmlische „Vorsehung“ gerettet werden, ist durch die Geschichte erwiesen. Die so eben geschilderte Vision könnte durchaus realistisch sein. Nachdem der Vatikan mit Erscheinungen übernatürlicher Art nicht allzu rational umgeht, könnte er ja vielleicht an einer Warnung interessiert sein.

Im Gedankenspiel machen wir uns auf, die Vision genau in Worte zu fassen. Die Schilderung übergeben wir an – und da fängt es schon an. Wie soll man den Papst warnen, wenn man kein bayerischer Ministerpräsident, kein Boulevard-Redakteur und auch kein Frère Roger ist? Nicht einmal ansatzweise hätte man die Idee, wen in der Vatikanstadt man anrufen sollte. Vielleicht den Chef der Schweizergarde?

Angenommen, man hätte es irgendwie geschafft, die Sicherheitskräfte in Rom zu erreichen. Sicherlich hängt deren weitere Handlungsweise von der Glaubwürdigkeit des Träumers ab. Für Schüler im Unterricht könnte die Äußerung „Das wird Konsequenzen haben“ durchaus eine polizeiliche Untersuchung nach sich ziehen, so aufgescheucht, wie die Stimmung in deutschen Lehranstalten ist. Auch wird nicht lange Ruhe bleiben, wenn jemand den Sicherheitskräften in den Berliner Verkehrsbetrieben erzählt, er habe eine Vision, wie eine Bombe im Hauptbahnhof explodiere. Verschärft würde die Lage noch, wenn der Visionär dunkle Haare und einen orientalischen Akzent hat.

Spricht ein Mensch mit „muslimischem Aussehen“ und arabischen Namen die Warnung an den Papst aus, würden die weltlichen Sicherheitskräfte noch eher springen, als wenn ein polnischer Landwirt nach Rom pilgert, um seine Träume zu schildern. Das weitere Handeln ergibt sich alleine aus dem „Gefährdungspotential“.

Als Deutscher mit evangelisch-lutherischer Konfession könnte vielleicht die Person, die die Botschaft überbringt, etwas genauer betrachtet werden. Evangelikale Fanatiker haben sich in der Vergangenheit eher wenig mit Attentatsplänen hervorgetan. Insofern könnte dem evangelischen Visionär, wenn er an den Chef der vatikanischen Sicherheitsbehörde herantritt, eher eine Visitenkarte des nächst besten Exorzisten in die Hand gedrückt werden. Evangelische sind zwar Ketzer und gehören keiner Kirche an – so die Haltung des Papstes. Sie treten immerhin im Gespräch mit der römischen Kirche nicht als gewaltbereite Gegner auf. Und die heilige Maria, Mutter Gottes, sucht in der Regel für ihre Erscheinungen katholische Jungfrauen heim.

Nehmen wir an, ein französischer Atheist mit wenig Begeisterung für den Restkatholizismus seines Landes, Wirtschaftsmanager, Anfang 30, sei es, der den Traum über die Ermordung des Papstes geträumt hat. Er geht nach Rom. Ausnahmsweise findet er Gehör, weil er seine Eingebung so eindrucksvoll schildert, dass bald eine päpstliche Visionen-Prüfungs-Kommission diese als authentisch anerkennt. Sämtliche Papstreisen würden abgesagt. Die Sicherheitsmaßnahmen würden erhöht werden. Privataudienzen sind nur noch im Beisein dreier sich gegenseitig überwachender Leibwächter möglich. Und dann stirbt, drei Monate später, der Papst an einem Herzinfarkt. Die Aufregung mit der erhöhten Sicherheit hat ihm den Rest gegeben.

Die Einen würden diesen unausweichlichen Tod als Schicksal werten. Die Anderen würden dafür sorgen, dass der Warnende Zeit seines Lebens in der geschlossenen Anstalt vom Rest der Welt abgeschottet würde. Schließlich war sein Warnen haltlos.

Der Papst ist tot. Die Einschüsse durchziehen den leblosen Körper, der eben noch ein Interview als Oberhaupt der römischen Kirche gegeben hat. Was keiner vermutet hätte: Der Attentäter kam in den abgesicherten Bereich, weil er sich auf der Rückbank des gepanzerten Vatikan-Wagens versteckt hatte. Dann sprang der Mörder heraus und schoss. Die größte Sicherheitslücke und Gefährdung politischer Oberhäupter sind die eigenen Leibwachen. Die indische Premierministerin Indira Gandhi ermordeten zum Beispiel ihre Sikh-Leibwächter.

Nein, Ratzinger lebt noch, sein Vorgänger Wojtyła hatte die Schüsse eines Attentats lange überlebt und der erste Johannes Paul wurde laut Verschwörungstheorien zumindest nicht erschossen. Dass Päpste nicht unsterblich sind, auch nicht durch himmlische „Vorsehung“ gerettet werden, ist durch die Geschichte erwiesen. Die so eben geschilderte Vision könnte durchaus realistisch sein. Nachdem der Vatikan mit Erscheinungen übernatürlicher Art nicht allzu rational umgeht, könnte er ja vielleicht an einer Warnung interessiert sein.

Im Gedankenspiel machen wir uns auf, die Vision genau in Worte zu fassen. Die Schilderung übergeben wir an – und da fängt es schon an. Wie soll man den Papst warnen, wenn man kein bayerischer Ministerpräsident, kein Boulevard-Redakteur und auch kein Frère Roger ist? Nicht einmal ansatzweise hätte man die Idee, wen in der Vatikanstadt man anrufen sollte. Vielleicht den Chef der Schweizergarde?

Angenommen, man hätte es irgendwie geschafft, die Sicherheitskräfte in Rom zu erreichen. Sicherlich hängt deren weitere Handlungsweise von der Glaubwürdigkeit des Träumers ab. Für Schüler im Unterricht könnte die Äußerung „Das wird Konsequenzen haben“ durchaus eine polizeiliche Untersuchung nach sich ziehen, so aufgescheucht, wie die Stimmung in deutschen Lehranstalten ist. Auch wird nicht lange Ruhe bleiben, wenn jemand den Sicherheitskräften in den Berliner Verkehrsbetrieben erzählt, er habe eine Vision, wie eine Bombe im Hauptbahnhof explodiere. Verschärft würde die Lage noch, wenn der Visionär dunkle Haare und einen orientalischen Akzent hat.

Spricht ein Mensch mit „muslimischem Aussehen“ und arabischen Namen die Warnung an den Papst aus, würden die weltlichen Sicherheitskräfte noch eher springen, als wenn ein polnischer Landwirt nach Rom pilgert, um seine Träume zu schildern. Das weitere Handeln ergibt sich alleine aus dem „Gefährdungspotential“.

Als Deutscher mit evangelisch-lutherischer Konfession könnte vielleicht die Person, die die Botschaft überbringt, etwas genauer betrachtet werden. Evangelikale Fanatiker haben sich in der Vergangenheit eher wenig mit Attentatsplänen hervorgetan. Insofern könnte dem evangelischen Visionär, wenn er an den Chef der vatikanischen Sicherheitsbehörde herantritt, eher eine Visitenkarte des nächst besten Exorzisten in die Hand gedrückt werden. Evangelische sind zwar Ketzer und gehören keiner Kirche an – so die Haltung des Papstes. Sie treten immerhin im Gespräch mit der römischen Kirche nicht als gewaltbereite Gegner auf. Und die heilige Maria, Mutter Gottes, sucht in der Regel für ihre Erscheinungen katholische Jungfrauen heim.

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Uli in Philosophie am 05.07.2011 um 09.31 Uhr

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Kommentare

Kommentar:

da hat aber jemand viel freie zeit , liest sich ganz nett aber
welchen hintergrund soll das haben , das ganze ist doch
reine phantasie

kritiker am 14.07.2011 um 20.02 Uhr.


Kommentar:

Gut erkannt Natürlich ist diese Spekulation reine Phantasie. Es ist ein philosophisches Gedankenspiel mit historischem Vorbild:
1995 warnte der „Bibelcode-EntdeckerMichael Drosnin nach eigenen Angaben den israelischen Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin vor einem Attentat. Keiner reagierte, Rabin wurde erschossen.
Ein Staat kann es sich nicht leisten, irrationalen Vorhersagen zu glauben. Der Vatikan dagegen lebt aus der Ambivalenz von Welt und Glauben. Wie würde er reagieren?

Uli am 15.07.2011 um 07.29 Uhr.


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