Der Blog des Goldseelchen-Verlags
für Tagfalter und Nachtdenker

Der Blog des Goldseelchen-Verlags für Tagfalter und Nachtdenker

Der Blog des Goldseelchen-Verlags



Die Polizei, mein Freund und Helfer


Fotograf: Hann0r
 (© Eckdose)


Fotograf: Hann0r
 (© Eckdose)

Wenn einer abends auszieht, mit Freunden ein Bierchen zu trinken, und dabei leichtsinnigerweise ein Musikinstrument wie eine Gitarre oder vergleichbares mitführt, tut er dies selten in böser Absicht. Dass es dennoch ungeahnte - und unangenehme - Konsequenzen haben kann, hat mir der gestrige Abend bewiesen.

Der der da auszog war natürlich ich, und die Gitarre meine. Ziel war der Augustinerplatz, selbiger wo auch damals die Kissenschlacht stattfand; manche mögen sich erinnern. Hier lässt es sich an lauen Sommerabenden wunderbar sitzen, reden, trinken, die Seele baumeln lassen. Und theoretisch auch musizieren, wären da nicht einige wenige bornierte Anwohner, gepaart mit unserem übereifrigen „Freund und Helfer“, der Polizei.

So sitzen wir da also, trinken gemütlich unser Bier, während ein anderer Gitarrero schon munter die Menge beschallt, welche euphorisch mitsingt und einen ganz schönen Rabatz veranstaltet. Schließlich packe auch ich mein Instrument aus und steige erst mit ein, gebe dann selbst ein oder zwei Liedchen zum Besten. Bis der „Freund und Helfer“ zum ersten Mal auf den Plan tritt. Mein Mitbewohner warnt mich vor, ich lege die Gitarre zur Seite. Der „Freund und Helfer“ allerdings sieht sie, erkundigt sich nach dem Besitzer und gibt mir zu Verstehen, ich solle das Spielen unterlassen. Dass ein zweiter Gitarrist am Platz ist der - nebenbei bemerkt - einen viel größeren Geräuschpegel verursacht, entgeht ihm; jener sitzt in einer Menschentraube ein paar Meter entfernt und hat die Gitarre wohl hinter ein paar Rücken unsichtbar gemacht.

Ich beschließe, der Aufforderung vorerst nachzukommen. Doch kaum sind die Männer in Grün verschwunden, holt mein Kollege sein Instrument wieder hervor und beginnt in gewohnter Lautstärke zu musizieren. Bis die Polizisten ein weiteres Mal auftauchen und wohl auch ihn auffordern, das Spielen zu unterlassen.

Jetzt ist erst mal Ruhe, doch das wird auch irgendwann langweilig. Also beschließe ich, bevor wir gehen, noch ein paar Weisen zu zupfen, wohl gemerkt: Zu zupfen! Maximal in Flüsterlautstärke, denn ich nehme mir die Beschwerden durchaus zu Herzen. Man ist ja kein Unmensch. Muss man wohl auch nicht sein, denn wenig später tauchen plötzlich trotzdem wieder zwei Beamten auf und konfiszieren mein Instrument. Mit der Begründung es wären wiederholt Beschwerden wegen Ruhestörung bei ihnen eingegangen und sie hätten mich ja jetzt quasi „in flagranti“ erwischt.

Sofort bildet sich eine Menschentraube um uns, man will wissen was denn los sei... die anderen Gruppen nämlich, die maximal 5 Meter von uns weg saßen oder standen, haben nicht einmal mitbekommen dass ich wieder angefangen habe zu spielen. Und dann erzählen mir die Herren was von Ruhestörung.

Die Leute protestieren, sind auf meiner Seite, verlangen dass ich mein Instrument zurück bekomme... doch die Männer in Grün lassen nicht mit sich reden. Nachdem sie meine Personalien aufgenommen haben und der eine mir eine Visitenkarte in die Hand drückt, verziehen sie sich mit dem Hinweis, ich könne die Gitarre morgen wieder auf dem Revier abholen, in ihr Auto.

Nun gut, heute morgen war ich auf dem Polizeirevier und hab mir das gute Stück wieder aushändigen lassen... und erfahre, dass ich wohl in den nächsten Tagen eine Vorladung zu einer Anhörung erhalten werde. Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit, evtl. Geldstrafe... nun ja, wir werden sehen.

In tiefer Dankbarkeit zu unserer Staatsmacht ziehe ich von dannen. Einer Staatsmacht ,die zum Glück alle musikliebenden, bösen Studenten ihrer Instrumente erleichtert, denn wo kämen wir denn da hin, und außerdem sind die ja eh die schlimmsten und hastenichtgesehen und früher wär das nicht passiert... Ich muss sagen, nach diesem Erlebnis fühle ich mich schon viel sicherer in Freiburgs Straßen.

Wenn einer abends auszieht, mit Freunden ein Bierchen zu trinken, und dabei leichtsinnigerweise ein Musikinstrument wie eine Gitarre oder vergleichbares mitführt, tut er dies selten in böser Absicht. Dass es dennoch ungeahnte - und unangenehme - Konsequenzen haben kann, hat mir der gestrige Abend bewiesen.

Der der da auszog war natürlich ich, und die Gitarre meine. Ziel war der Augustinerplatz, selbiger wo auch damals die Kissenschlacht stattfand; manche mögen sich erinnern. Hier lässt es sich an lauen Sommerabenden wunderbar sitzen, reden, trinken, die Seele baumeln lassen. Und theoretisch auch musizieren, wären da nicht einige wenige bornierte Anwohner, gepaart mit unserem übereifrigen „Freund und Helfer“, der Polizei.

So sitzen wir da also, trinken gemütlich unser Bier, während ein anderer Gitarrero schon munter die Menge beschallt, welche euphorisch mitsingt und einen ganz schönen Rabatz veranstaltet. Schließlich packe auch ich mein Instrument aus und steige erst mit ein, gebe dann selbst ein oder zwei Liedchen zum Besten. Bis der „Freund und Helfer“ zum ersten Mal auf den Plan tritt. Mein Mitbewohner warnt mich vor, ich lege die Gitarre zur Seite. Der „Freund und Helfer“ allerdings sieht sie, erkundigt sich nach dem Besitzer und gibt mir zu Verstehen, ich solle das Spielen unterlassen. Dass ein zweiter Gitarrist am Platz ist der - nebenbei bemerkt - einen viel größeren Geräuschpegel verursacht, entgeht ihm; jener sitzt in einer Menschentraube ein paar Meter entfernt und hat die Gitarre wohl hinter ein paar Rücken unsichtbar gemacht.

Ich beschließe, der Aufforderung vorerst nachzukommen. Doch kaum sind die Männer in Grün verschwunden, holt mein Kollege sein Instrument wieder hervor und beginnt in gewohnter Lautstärke zu musizieren. Bis die Polizisten ein weiteres Mal auftauchen und wohl auch ihn auffordern, das Spielen zu unterlassen.

Jetzt ist erst mal Ruhe, doch das wird auch irgendwann langweilig. Also beschließe ich, bevor wir gehen, noch ein paar Weisen zu zupfen, wohl gemerkt: Zu zupfen! Maximal in Flüsterlautstärke, denn ich nehme mir die Beschwerden durchaus zu Herzen. Man ist ja kein Unmensch. Muss man wohl auch nicht sein, denn wenig später tauchen plötzlich trotzdem wieder zwei Beamten auf und konfiszieren mein Instrument. Mit der Begründung es wären wiederholt Beschwerden wegen Ruhestörung bei ihnen eingegangen und sie hätten mich ja jetzt quasi „in flagranti“ erwischt.

Sofort bildet sich eine Menschentraube um uns, man will wissen was denn los sei... die anderen Gruppen nämlich, die maximal 5 Meter von uns weg saßen oder standen, haben nicht einmal mitbekommen dass ich wieder angefangen habe zu spielen. Und dann erzählen mir die Herren was von Ruhestörung.

Die Leute protestieren, sind auf meiner Seite, verlangen dass ich mein Instrument zurück bekomme... doch die Männer in Grün lassen nicht mit sich reden. Nachdem sie meine Personalien aufgenommen haben und der eine mir eine Visitenkarte in die Hand drückt, verziehen sie sich mit dem Hinweis, ich könne die Gitarre morgen wieder auf dem Revier abholen, in ihr Auto.

Artikel-Seite:
12

Hann0r in MAT: Sonstiges am 14.06.2008 um 01.35 Uhr

 Drucken | 

Auch ansehen:

Kommentare

Kommentar:

Vor kurzer Zeit wurde in Freiburg bei einem Bekannten im Hinterhof jemand erstochen, das ist kein Witz. Aber Polizei sei Dank muss man sich nicht vor Gitarre spielenden Studenten fürchten. Die Polizei kann eben wichtige Prioritäten setzen, siehst ma!

Jojo am 14.06.2008 um 12.09 Uhr.


Kommentar:

Ihr seid aber auch echt ein ekliges Pack

Bosso am 14.06.2008 um 12.33 Uhr.


Kommentar:

subversive Tendenzen sind nun einmal zu unterdrücken. :vogel:
kam das ganze durch ne Beschwerde von Anwohnern oder sind die
"Freunde und Helfer" einfach so vorbei gekommen?

winton am 15.06.2008 um 14.24 Uhr.


Kommentar:

wohl durch Beschwerden von Anwohnern

Hann0r am 15.06.2008 um 15.16 Uhr.


Kommentar:

hehe jojo. klar kann die polizei proritäten setzen : ))

Judith am 16.06.2008 um 19.05 Uhr.


Kommentar:

Wär schön, wenn wir in Zukunft mehr solche Artikel von Dir lesen können, Häyns

Uli am 05.01.2010 um 00.06 Uhr.