Der Blog des Goldseelchen-Verlags
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Oder: Besser als sein Ruf

Falsche Freunde


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Fotograf: Uli
 (© Eckdose)


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Bitterkalt zieht der sibirische Ostwind durch die Straßen in Berlin. Er hinterlässt gefrorene Fassaden und tiefgekühlte Frostböden. Ein wenig scheint die Februarsonne auf kahle Bäume. Sie lädt zum Nachmittagsspaziergang ein.

Sichtlich geschafft schleppt ein Schuljunge seinen viel zu großen Rucksack mit sich. Unterricht von morgens bis zum Feierabend der Eltern. Als ich selbst Grundschüler war, gab es so etwas nicht. Der Junge zieht vorbei, trotz der Kälte schweißnasse Haare. Sportunterricht?

Fünfzig Meter weiter stolziert ein Ober-Gangster in Miniaturausgabe. Acht Jahre alt, vielleicht auch neun. Seine tiefschwarze Karottenhose lässt die Beinchen lächerlicher wirken, als die verwachsene Figur an sich wäre. Pomade ist in die Haare geschmiert. Das Jäckchen und die Markenschuhe ergänzen das Outfit. Vielleicht stammt die Kälte von seiner Coolness?

„Annääääääää“. Oha. Ein Echo erfüllt die Straßenschlucht. Der Kleine [url=http://translate.google.com/#tr|de|Anne;]ruft nach seiner Mutter. Kennt man schon. Man gewöhnt sich daran. Im Ausland lernt man mit der Zeit die Sprache der Einheimischen. Wiederholt hallt der Ruf des Stimmchens zwischen den Häuserzeilen. „Annääääää“. Man dreht sich um und sieht nirgends eine Frau, die die Mutter des Kleinen sein könnte. Nur parkende Autos. Und ganz hinten der Junge, der seinen Rucksack schleppt.

„Äy Annääää, waaas geeeeeeeeehhd aaaab?“ ruft der Ober-Gangster in Miniaturausgabe.

Plötzlich bleibt Der-mit-dem-Rucksack stehen, plärrt etwas Undeutliches in die kalte Luft hinein. Es klingt wie Fußball-Kucken und nach-Hause-gehen. Dann wartet er auf seinen Freund, der ihn gerufen hat.

Schlagartig fällt mir der Cartoon ein, den ich im Internet einmal gesehen hatte. So – oder so ähnlich – dürften sich die beiden kennen gelernt haben:

„Hallo. Ich heiße Arne.“

„Annäää? Äy krass. Genau wie meine Mutter.“

Bitterkalt zieht der sibirische Ostwind durch die Straßen in Berlin. Er hinterlässt gefrorene Fassaden und tiefgekühlte Frostböden. Ein wenig scheint die Februarsonne auf kahle Bäume. Sie lädt zum Nachmittagsspaziergang ein.

Sichtlich geschafft schleppt ein Schuljunge seinen viel zu großen Rucksack mit sich. Unterricht von morgens bis zum Feierabend der Eltern. Als ich selbst Grundschüler war, gab es so etwas nicht. Der Junge zieht vorbei, trotz der Kälte schweißnasse Haare. Sportunterricht?

Fünfzig Meter weiter stolziert ein Ober-Gangster in Miniaturausgabe. Acht Jahre alt, vielleicht auch neun. Seine tiefschwarze Karottenhose lässt die Beinchen lächerlicher wirken, als die verwachsene Figur an sich wäre. Pomade ist in die Haare geschmiert. Das Jäckchen und die Markenschuhe ergänzen das Outfit. Vielleicht stammt die Kälte von seiner Coolness?

„Annääääääää“. Oha. Ein Echo erfüllt die Straßenschlucht. Der Kleine ruft nach seiner Mutter. Kennt man schon. Man gewöhnt sich daran. Im Ausland lernt man mit der Zeit die Sprache der Einheimischen. Wiederholt hallt der Ruf des Stimmchens zwischen den Häuserzeilen. „Annääääää“. Man dreht sich um und sieht nirgends eine Frau, die die Mutter des Kleinen sein könnte. Nur parkende Autos. Und ganz hinten der Junge, der seinen Rucksack schleppt.

„Äy Annääää, waaas geeeeeeeeehhd aaaab?“ ruft der Ober-Gangster in Miniaturausgabe.

Plötzlich bleibt Der-mit-dem-Rucksack stehen, plärrt etwas Undeutliches in die kalte Luft hinein. Es klingt wie Fußball-Kucken und nach-Hause-gehen. Dann wartet er auf seinen Freund, der ihn gerufen hat.

Schlagartig fällt mir der Cartoon ein, den ich im Internet einmal gesehen hatte. So – oder so ähnlich – dürften sich die beiden kennen gelernt haben:

„Hallo. Ich heiße Arne.“

„Annäää? Äy krass. Genau wie meine Mutter.“

Uli in Gesellschaft am 21.02.2011 um 19.46 Uhr

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