Der Blog des Goldseelchen-Verlags
für Tagfalter und Nachtdenker

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MAT(t) auf Kneipenfestival


Fotograf: Uli
 (© Eckdose)


Fotograf: Uli
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Dreizehn Formationen an zehn Orten. Das war das neunte Kneipenfestival in Dinkelsbühl von der Organisationsseite aus gesehen. Neun Euro für die Karte im Vorverkauf, elf Euro an der Abendkasse, um noch ruckzuck hineinzukommen und dem weiten Feld aus Folk, Country, Rock’n’Roll, Rockabilly, Hardrock, Funk, Reggae, Pop zu lauschen oder dem Alkohol in tausendfacher Gesellschaft zu frönen. Wo man hinblickte, waren Leute unterwegs, von 14 bis 50 die Altersklassen bunt gemischt. Gestaut hat es sich im halb-Stunden-Takt an den Eingängen der Kneipen und Konzerträume. Da ging dann gar nichts mehr. Weder rein, noch raus. Besonders viel los war an der Schranne. Kein Wunder, gleich fünf Gruppen spielten hier an dem Abend, je drei gleichzeitig.

Matyes.de war eine Stunde lang unterwegs, oder hatte es zumindest vor. Es wurden anderthalb Stunden. Um zehn trafen sich Teile des Teams beim Kameramann. Mikrophon und Kopfhörer flugs eingepackt, Kabel gehalten, die gelb-orangen „Hot“-Flyer verteilbereit in der Manteltasche. Oder doch nicht? Nein, rechts sind die Eintrittskarten. Doch links die Zettelchen: „Hier, kennst Du schon MAT-TV, das regionale Online-Fernsehen?“

Eine Tour führte zur Goldenen Gans. Heitere Menschen. Randvoll. Auch das Gebäude. Drinnen spielt Alleinunterhalter Atze Bauer auf seiner Westerngitarre ein paar Schlager. Als die Kamera den vollen Raum betritt, die Gäste sich freuen und er im Bild ist, stimmt er den „Fernsehblues“ an. Sehr spontan, das gefällt den Zuhörern.

Im Wilden Mann ist gerade Pause, als wir eintreten. Sofort, bei dem Broom in der Luft, beschlagen alle Linsen. Einer erzählt uns einen Witz. Dann befragen wir ein paar Zuhörer im Saal. Die Folkrock-Band „Reels on Wheels“ darf den ganzen Abend spielen. Programm rauf, Programm runter. Es war sehr fröhliche Musik, die direkt in die Beine ging. Eben Folkrock. Das Fiddlen schwebt noch im Raume.

Die Zeit drängt, es ist dreiviertel elf und wir haben erst zwei Gruppen mitbekommen. Um elf wollen die Chefhupen gefilmt und fotografiert werden. Man kann nicht alles gleichzeitig. Jolle interview Endzwanziger mit Rockabillyfrisur vor dem Weibsbräu. Noch mehr los ist hier als im „Wilden“. Nagut. Also rein ins Getümmel. Gequetscht zwischen Tür und Toilette steht die Kamera und filmt begeisterte Festivalgänger. Denen gefällt’s hier. Fein. Von der Musik ist nichts mitzubekommen. Irgendwo im großen Saal oben müsste das „Johnny Trouble Trio“ spielen. Statt dessen höre ich Menschen, die lautstark verkünden, dass sie rein oder raus wollen. Und manche, die sich im Treppenhaus auch ganz wohlfühlen. Stehend.

Aus dem Stadtcafé dröhnt Covermusik von „Traxx“. Klingt ganz gut, die Leute sind begeistert, lassen sich animieren und grölen mit. Fröhlich und ausgelassen, durchwegs friedlich. Irgendwas hörte sich da an nach siebziger Jahre-Rock. Als vor dem Becker, aus dem es verlockend nach frischen, heißen Brezen duftet, die nächste Person ihre Begeisterung in die Linse spricht, habe ich den Titel des Liedes wieder vergessen. Zu viel Musik an diesem Abend. Vorher wollte ich mir den guten alten Crucial mit seiner Gang in seinem Stammklub Bronx alias „Zeitsprung“ anhören. Da ist aber kein Rauchverbot und die Leute, mit denen ich unterwegs bin, dürfen noch nicht hinein. Die CSU hat sich auf voller Linie durchgesetzt. Gut, dass die, denen öffentlicher Tabakkonsum verboten ist, noch nicht wählen dürfen. Dass Crucial die Bude rockt, weiß ich auch so. Er ist lässig und hat Seele in seiner Stimme. Es leben die Jünger des Ras’ Tafaris.

Im großen Schrannensaal kam genauso Reggae. Ob besser oder schlechter, weiß ich nicht. Er war gut. Verdammt gut. Keiner konnte ruhig stehen. Selbst die Stocksteifen unter den Festivalgästen mussten irgendwie mit den Beinen zucken. Nach drei Liedern hatte die Formation „Yohto“, vor einem gestopft vollen Saal, es geschafft, dass die Begeisterten direkt vor der Bühne tanzten. Rap, Sprechgesang, stets ein entspannter Offbeat – und zwei Bläser, die für das karibische Gefühl sorgten. So war man in Dinkelsbühl und trotzdem ausgelassen am Tanzen im Urlaub. Eine gute Stunde blieb ich da. Unten sollten die Jungs von Peilsender spielen. Irgendjemand sagte, sie hätten kurz vorher abgesagt. Na, dann nicht.

Als ich hinunterstieg, stellte ich fest, dass spontan ein Reggaetrio im kleinen Schrannensaal spielte. Acht Zuhörer standen etwas verloren da, und wussten nicht, ob die Musik sie tanzen machte oder nicht. Sie tat es nicht. War irgendwie zu hart. Im Keller war den Abend über eine gute Rockgruppe mit dem rebellischen Namen „Smashed Potatoes“. Zehn Minuten hörte ich dem groovigen Sound zu, dann schloss ich mich dem MAT-Team an.

Um viertel Zwölf begannen die „Chefhupen“ ihr Programm „Geradeaus“ erstmals vor einer größeren Menschenmenge, was sage ich, vor einer riesigen, schwitzenden, taubenden, tanzenden Masse an Interessierten und Überzeugten zu rocken. Mit einer Lebendigkeit und Freude, die in diesem Genre selten ist. OK, die „Hupen“ sind ja auch nicht wirklich kategorisierbar.

Viele sangen mit. Doch man hörte nur Wolles volle, sichere Stimme und die genial komponierte Musik der anderen. Zu laut, leider. Aber dennoch überzeugend. Flo gab am Keyboard alles, wie immer. Chris poste nicht so sehr, wie sonst, dafür wirkte er wie eine Gitarrenlegende, die ihr tausendstes Konzert trotz Routine noch immer mit Herzblut und fehlerfrei spielte. Markus am Schlagzeug – wild wie immer. Als ich seine Blicke auf Foto festhielt, war mir klar, warum er „Killer“ genannt wird. Rasend und doch dezent, stützend und begleitend – wie auch die satten, manchmal funkigen Basslinien von Johannes. Wenn die sich doch nur nicht so laut drehen würden. Tontechniker Stefan Behrens war am rotierern. Rauf-runter. Dennoch so viele Leute, die sich nicht abhalten ließen. Zwei Zugaben – dann waren auch die fünf Jungs auf der Bühne fertig.

Meine Ohren schmerzten, als ich Richtung Bronx schlenderte. Im „Stern“ spielte eine ausschließlich weibliche Covergruppe den „Cranberries“-Schlager „Zombie“. Irgendwie sehr rockig. „Rampage“ heißen sie und erinnern ein wenig an Four Non Blondes. Zu gerade, zu glatt, die Musik. Keine Eskapaden. Aber eben solide, gut kopiert. Gäste werden immer mehr. Ich gehe.

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Dreizehn Formationen an zehn Orten. Das war das neunte Kneipenfestival in Dinkelsbühl von der Organisationsseite aus gesehen. Neun Euro für die Karte im Vorverkauf, elf Euro an der Abendkasse, um noch ruckzuck hineinzukommen und dem weiten Feld aus Folk, Country, Rock’n’Roll, Rockabilly, Hardrock, Funk, Reggae, Pop zu lauschen oder dem Alkohol in tausendfacher Gesellschaft zu frönen. Wo man hinblickte, waren Leute unterwegs, von 14 bis 50 die Altersklassen bunt gemischt. Gestaut hat es sich im halb-Stunden-Takt an den Eingängen der Kneipen und Konzerträume. Da ging dann gar nichts mehr. Weder rein, noch raus. Besonders viel los war an der Schranne. Kein Wunder, gleich fünf Gruppen spielten hier an dem Abend, je drei gleichzeitig.

Matyes.de war eine Stunde lang unterwegs, oder hatte es zumindest vor. Es wurden anderthalb Stunden. Um zehn trafen sich Teile des Teams beim Kameramann. Mikrophon und Kopfhörer flugs eingepackt, Kabel gehalten, die gelb-orangen „Hot“-Flyer verteilbereit in der Manteltasche. Oder doch nicht? Nein, rechts sind die Eintrittskarten. Doch links die Zettelchen: „Hier, kennst Du schon MAT-TV, das regionale Online-Fernsehen?“

Eine Tour führte zur Goldenen Gans. Heitere Menschen. Randvoll. Auch das Gebäude. Drinnen spielt Alleinunterhalter Atze Bauer auf seiner Westerngitarre ein paar Schlager. Als die Kamera den vollen Raum betritt, die Gäste sich freuen und er im Bild ist, stimmt er den „Fernsehblues“ an. Sehr spontan, das gefällt den Zuhörern.

Im Wilden Mann ist gerade Pause, als wir eintreten. Sofort, bei dem Broom in der Luft, beschlagen alle Linsen. Einer erzählt uns einen Witz. Dann befragen wir ein paar Zuhörer im Saal. Die Folkrock-Band „Reels on Wheels“ darf den ganzen Abend spielen. Programm rauf, Programm runter. Es war sehr fröhliche Musik, die direkt in die Beine ging. Eben Folkrock. Das Fiddlen schwebt noch im Raume.

Die Zeit drängt, es ist dreiviertel elf und wir haben erst zwei Gruppen mitbekommen. Um elf wollen die Chefhupen gefilmt und fotografiert werden. Man kann nicht alles gleichzeitig. Jolle interview Endzwanziger mit Rockabillyfrisur vor dem Weibsbräu. Noch mehr los ist hier als im „Wilden“. Nagut. Also rein ins Getümmel. Gequetscht zwischen Tür und Toilette steht die Kamera und filmt begeisterte Festivalgänger. Denen gefällt’s hier. Fein. Von der Musik ist nichts mitzubekommen. Irgendwo im großen Saal oben müsste das „Johnny Trouble Trio“ spielen. Statt dessen höre ich Menschen, die lautstark verkünden, dass sie rein oder raus wollen. Und manche, die sich im Treppenhaus auch ganz wohlfühlen. Stehend.

Aus dem Stadtcafé dröhnt Covermusik von „Traxx“. Klingt ganz gut, die Leute sind begeistert, lassen sich animieren und grölen mit. Fröhlich und ausgelassen, durchwegs friedlich. Irgendwas hörte sich da an nach siebziger Jahre-Rock. Als vor dem Becker, aus dem es verlockend nach frischen, heißen Brezen duftet, die nächste Person ihre Begeisterung in die Linse spricht, habe ich den Titel des Liedes wieder vergessen. Zu viel Musik an diesem Abend. Vorher wollte ich mir den guten alten Crucial mit seiner Gang in seinem Stammklub Bronx alias „Zeitsprung“ anhören. Da ist aber kein Rauchverbot und die Leute, mit denen ich unterwegs bin, dürfen noch nicht hinein. Die CSU hat sich auf voller Linie durchgesetzt. Gut, dass die, denen öffentlicher Tabakkonsum verboten ist, noch nicht wählen dürfen. Dass Crucial die Bude rockt, weiß ich auch so. Er ist lässig und hat Seele in seiner Stimme. Es leben die Jünger des Ras’ Tafaris.

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Uli in MAT: MAT-Scheibe am 18.03.2008 um 20.24 Uhr

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