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Ein Possenspiel

Die Frage nach der Wahrheit


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Fotograf: Uli
 (© Eckdose)


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Der Regisseur scheint sich zu gefallen in seiner Rolle. Exzentrisch, selbstverliebt, geradeaus und von oben herab zeigt er sich gegenüber seinen Schauspielern. Ja, es sind seine Schauspieler. Der Regisseur gibt vor, die Schauspieler handeln. Kennen sie überhaupt das Drehbuch? Sie vertrauen ihrem Regisseur. Oder ist es lediglich die Angst vor Verlust der Existenzgrundlage? Die Frage, ob sie auch anders könnten, stellt sich nicht. Ihnen nicht.

Das treibt den Regisseur an. Eine Absurdität nach der anderen gibt er vor. Nicht mal vor Entwürdigung schrecken seine Marionetten zurück. Spielen sie ihre Rolle oder sich selbst? Haben sie vergessen, wer sie sind oder brauchen sie jemanden, der es ihnen sagt? Der Regisseur gibt vor, die Schauspieler handeln.

Der Regisseur erfindet weiteren Unsinn. Narzisstisch kreist er um sich selbst und nimmt die Seinen mit hinein in diesen grotesken Wirbel um Nichts.

Dem Beobachter der Szenerie reicht es irgendwann einmal. Er ist ohnehin einziger Vertreter des Publikums. Er springt auf, baut sich vor dem Regisseur auf. Die Schauspieler frieren an Ort und Stelle ein. Standbild. „Was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind?“, entrüstet sich der Beobachter, den Blick eisig haftend auf dem Regisseur.

Der muss nicht lange überlegen. Mit einer weitläufigen Armbewegung – sie ahmt den Wirbelsturm nach – und irr krächzender Stimme braust es aus ihm heraus: „ICH BIN DIE WAHRHEIT!“

Das war’s. Mit einem Mal gibt es kein Halten mehr. Die Schauspieler brechen aus ihrer Rolle aus. Lautes Lachen macht sich breit. Die Bühne voller Lachen.

Der Beobachter fragt ruhig: „Was ist Wahrheit?“

Die Frage geht im Gelächter unter.

Da geht er und lässt die Schauspieler auf ihrer Bühne zurück.

Der Regisseur scheint sich zu gefallen in seiner Rolle. Exzentrisch, selbstverliebt, geradeaus und von oben herab zeigt er sich gegenüber seinen Schauspielern. Ja, es sind seine Schauspieler. Der Regisseur gibt vor, die Schauspieler handeln. Kennen sie überhaupt das Drehbuch? Sie vertrauen ihrem Regisseur. Oder ist es lediglich die Angst vor Verlust der Existenzgrundlage? Die Frage, ob sie auch anders könnten, stellt sich nicht. Ihnen nicht.

Das treibt den Regisseur an. Eine Absurdität nach der anderen gibt er vor. Nicht mal vor Entwürdigung schrecken seine Marionetten zurück. Spielen sie ihre Rolle oder sich selbst? Haben sie vergessen, wer sie sind oder brauchen sie jemanden, der es ihnen sagt? Der Regisseur gibt vor, die Schauspieler handeln.

Der Regisseur erfindet weiteren Unsinn. Narzisstisch kreist er um sich selbst und nimmt die Seinen mit hinein in diesen grotesken Wirbel um Nichts.

Dem Beobachter der Szenerie reicht es irgendwann einmal. Er ist ohnehin einziger Vertreter des Publikums. Er springt auf, baut sich vor dem Regisseur auf. Die Schauspieler frieren an Ort und Stelle ein. Standbild. „Was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind?“, entrüstet sich der Beobachter, den Blick eisig haftend auf dem Regisseur.

Der muss nicht lange überlegen. Mit einer weitläufigen Armbewegung – sie ahmt den Wirbelsturm nach – und irr krächzender Stimme braust es aus ihm heraus: „ICH BIN DIE WAHRHEIT!“

Das war’s. Mit einem Mal gibt es kein Halten mehr. Die Schauspieler brechen aus ihrer Rolle aus. Lautes Lachen macht sich breit. Die Bühne voller Lachen.

Der Beobachter fragt ruhig: „Was ist Wahrheit?“

Die Frage geht im Gelächter unter.

Da geht er und lässt die Schauspieler auf ihrer Bühne zurück.

sophie in Literatur am 23.01.2016 um 11.12 Uhr

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