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Anne Wills Versuch, die Kanzlerin zu ärgern

Wenn Merkel einfach nicht weinen möchte


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Fotograf: ARD Das Erste
 (alle Rechte vorbehalten)


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Bundeskanzlerin Angela Merkel war heute Abend bei Anne Will zu Gast. Merkel versucht, ihre Politik angesichts der Flüchtlingskrise zu begründen. Während der vergangenen Wochen hat man sie emotional wie selten zu vor erlebt. Die einstige Teflon-Kanzlerin entpuppt sich als Mensch mit Grundwerten und als zugänglich für Schicksale. Will spielt Talkmasterin und möchte die Gelegenheit nutzen, mit möglichen Merkel-Sensationen in die Schlagzeilen zu kommen. Mit geschlossenen Suggestivfragen versucht sie, die Kanzlerin aus der Reserve zu locken. Erwartungsgemäß gelingt es ihr nicht. Trotzdem grinst sie während der gesamten Sendung höhnisch. Das einzige, was sie schafft, ist es, einen vollkommen irritierten Blick einer sehr gefassten Gesprächspartnerin zu ernten.

Die Frage, wer in der Sendung bloßgestellt wurde, hat sich dem Zuschauer schnell erübrigt. Die Bundeskanzlerin lobte die schönen Fragen der Moderatorin. Positive Verstärkung ist wichtig. Die wenigen Momente, in denen Merkel Ihre vergangenen und zukünftigen politischen Pläne ausführte, wurden stets abgebrochen.

Wills Fragerei erschien nicht nur der Kanzlerin, sondern auch im Wortlaut eher unverständlich. Darum habe ich mir die Mühe gemacht, die Fragen zu übersetzen:

Frau Merkel, sind Sie noch Herrin Ihrer Sinne?

Frau Merkel, wann brechen Sie zusammen und weinen?

Treten Sie zurück, wenn ich Sie danach frage?

Werden Sie zusammenbrechen und weinen?

Liefern Sie mir bitte ein Zitat, das morgen auch die Süddeutsche Zeitung drucken wird.

Alle hassen Sie. Nervt Sie das?

Was muss ich fragen, damit Sie zusammenbrechen und weinen?

Ich konkretisiere noch einmal: Brechen Sie zusammen und weinen?

Haben Sie Herrn de Maizière abgesägt?

Ist er genauso überfordert wie Sie?

Brechen Sie vielleicht jetzt zusammen und weinen?

Möchten Sie Herrn de Maizière absetzen?

Wann treten Sie eigentlich zurück?

Was muss ich fragen, damit Sie mir einen Punkt nennen, an dem Sie zurücktreten würden?

Und jetzt? Brechen Sie jetzt zusammen und weinen?

Vielen Dank, FRAU BUNDESKANZLER!

Bundeskanzlerin Angela Merkel war heute Abend bei Anne Will zu Gast. Merkel versucht, ihre Politik angesichts der Flüchtlingskrise zu begründen. Während der vergangenen Wochen hat man sie emotional wie selten zu vor erlebt. Die einstige Teflon-Kanzlerin entpuppt sich als Mensch mit Grundwerten und als zugänglich für Schicksale. Will spielt Talkmasterin und möchte die Gelegenheit nutzen, mit möglichen Merkel-Sensationen in die Schlagzeilen zu kommen. Mit geschlossenen Suggestivfragen versucht sie, die Kanzlerin aus der Reserve zu locken. Erwartungsgemäß gelingt es ihr nicht. Trotzdem grinst sie während der gesamten Sendung höhnisch. Das einzige, was sie schafft, ist es, einen vollkommen irritierten Blick einer sehr gefassten Gesprächspartnerin zu ernten.

Die Frage, wer in der Sendung bloßgestellt wurde, hat sich dem Zuschauer schnell erübrigt. Die Bundeskanzlerin lobte die schönen Fragen der Moderatorin. Positive Verstärkung ist wichtig. Die wenigen Momente, in denen Merkel Ihre vergangenen und zukünftigen politischen Pläne ausführte, wurden stets abgebrochen.

Wills Fragerei erschien nicht nur der Kanzlerin, sondern auch im Wortlaut eher unverständlich. Darum habe ich mir die Mühe gemacht, die Fragen zu übersetzen:

Frau Merkel, sind Sie noch Herrin Ihrer Sinne?

Frau Merkel, wann brechen Sie zusammen und weinen?

Treten Sie zurück, wenn ich Sie danach frage?

Werden Sie zusammenbrechen und weinen?

Liefern Sie mir bitte ein Zitat, das morgen auch die Süddeutsche Zeitung drucken wird.

Alle hassen Sie. Nervt Sie das?

Was muss ich fragen, damit Sie zusammenbrechen und weinen?

Ich konkretisiere noch einmal: Brechen Sie zusammen und weinen?

Haben Sie Herrn de Maizière abgesägt?

Ist er genauso überfordert wie Sie?

Brechen Sie vielleicht jetzt zusammen und weinen?

Möchten Sie Herrn de Maizière absetzen?

Wann treten Sie eigentlich zurück?

Was muss ich fragen, damit Sie mir einen Punkt nennen, an dem Sie zurücktreten würden?

Und jetzt? Brechen Sie jetzt zusammen und weinen?

Vielen Dank, FRAU BUNDESKANZLER!

Uli in Medien am 07.10.2015 um 23.12 Uhr

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