Der Blog des Goldseelchen-Verlags
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Kein Nichtstun trotz Arbeitsverbot

AufERstehen


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Fotograf: Uli
 (© Eckdose)

Für die Christen ist Ostern ein Fest, weil Jesus vom Tod auferstanden ist. Für die anderen ist Ostern ein Fest, weil die Christen da das Fest der Auferstehung feiern. So oder so geht es bei diesem Fest also um die Auferstehung Jesu. Es bleibt dieses Fest. Egal, ob man glaubt oder nicht: Es gilt an den österlichen Feiertagen rund um Tod und Auferstehung Christi ein Arbeitsverbot.


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Fotograf: Uli
 (© Eckdose)

Für die Christen ist Ostern ein Fest, weil Jesus vom Tod auferstanden ist. Für die anderen ist Ostern ein Fest, weil die Christen da das Fest der Auferstehung feiern. So oder so geht es bei diesem Fest also um die Auferstehung Jesu. Es bleibt dieses Fest. Egal, ob man glaubt oder nicht: Es gilt an den österlichen Feiertagen rund um Tod und Auferstehung Christi ein Arbeitsverbot.

Arbeitsverbot klingt aufs erste sehr negativ, weil es doch das Gegenteil einer Erlaubnis ist. Jedoch ist sich die Gesellschaft (wie sie beispielsweise das Radio spiegelt) einig, dass sie ihre Arbeit nur unter größtem Leiden übersteht. Weil man also nur von Wochenende zu Wochenende lebt, ist das Arbeitsverbot doch auch wieder positiv. Zwischen den Zeilen ergibt sich eine (falsch verstandene) Osterbotschaft, die fast zur Lethargie aufruft: „Menschlein, lass Deine Arbeit ruhen, denn Dein Gott ist auferstanden!“

Die Auferstehung ist nicht nur Anlass zum Gedenken, wie es etwa ein Jahrestag wäre. Die Auferstehung ist zudem der zentrale Glaubensinhalt. Weil Jesus gestorben ist, weil er ganz tot war und danach wieder lebendig mit seinen Anhängern unterwegs war, hat er gezeigt, dass der Tod keine Macht hat. Indem seine Geschichte nicht am Kreuz endete, sondern am Ostermorgen weiterging, wissen die Menschen, dass auch ihre Geschichte nicht auf dem Sterbebett oder mit dem tödlichen Unfall endet.

Die Kraft, die mancher Mensch aus dieser Gewissheit ableitet, ist übernatürlich. Wer keine Angst vor dem Tod hat, ist bis zum letzten Atemzug noch handlungsfähig. Wer weiß, dass er leben wird, auch wenn er stirbt, erkennt Anfeindungen, Auseinandersetzungen, persönliche Verletzungen als das, was sie sind: unnötig und viel zu unwichtig, als dass man sich darauf konzentrieren müsste.

Was freilich nicht aus der Auferstehung Jesu folgt, ist der Aufruf zu einer Nachfolge als Nachahmung seines Todes. Auf den Philippinen lassen sich jedes Jahr an Ostern viele Menschen freiwillig an Kreuze nageln. Das ist nicht das, was Jesus gelehrt hat. Sicherlich, er hat ein Jenseits gezeigt, er hat den Tod bis zur Bedeutungslosigkeit vorgeführt.

Doch er hat das Leben im Diesseits gelehrt. Leben bedeutet keinen Aktionismus, aber auch keine Untätigkeit. Seinen Jüngern trug Jesus ganz klare Tätigkeiten auf. Nicht zur Selbst-Aufgabe erzog er, sondern die Selbst-Schätzung machte er zur Voraussetzung allen Handelns: „Liebe Gott mit allem, was Du bist und liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!“, lautet eine verkürzte Version seines Doppelgebots.

Weil Liebe nach Ausdruck verlangt, bedeutet die Nachfolge also weder, hinab zu steigen in das Reich des Todes und am dritten Tage aufzuerstehen von den Toten, noch, untätig die Hände in den Schoß zu legen. Nachfolgen heißt nicht, sich über seine Arbeitsstelle zu ärgern, zu sehen, dass die Welt schlecht ist oder das diesseitige Leben bedauernswert sei. Wer Jesus nachfolgen möchte, steht auf. Wer Jesus nachfolgt, handelt, er setzt sich selbst ein im Leben und trägt mit dem, was er kann, dazu bei, dass es besser wird.

Das Arbeitsverbot an Ostern macht für den Christen also klar: Auferstanden ist bereits Er. Du brauchst nichts tun für Dein Heil. Und es macht deutlich: Auch wenn Er auferstanden ist – aufstehen musst Du schon selbst.

Arbeitsverbot klingt aufs erste sehr negativ, weil es doch das Gegenteil einer Erlaubnis ist. Jedoch ist sich die Gesellschaft (wie sie beispielsweise das Radio spiegelt) einig, dass sie ihre Arbeit nur unter größtem Leiden übersteht. Weil man also nur von Wochenende zu Wochenende lebt, ist das Arbeitsverbot doch auch wieder positiv. Zwischen den Zeilen ergibt sich eine (falsch verstandene) Osterbotschaft, die fast zur Lethargie aufruft: „Menschlein, lass Deine Arbeit ruhen, denn Dein Gott ist auferstanden!“

Die Auferstehung ist nicht nur Anlass zum Gedenken, wie es etwa ein Jahrestag wäre. Die Auferstehung ist zudem der zentrale Glaubensinhalt. Weil Jesus gestorben ist, weil er ganz tot war und danach wieder lebendig mit seinen Anhängern unterwegs war, hat er gezeigt, dass der Tod keine Macht hat. Indem seine Geschichte nicht am Kreuz endete, sondern am Ostermorgen weiterging, wissen die Menschen, dass auch ihre Geschichte nicht auf dem Sterbebett oder mit dem tödlichen Unfall endet.

Die Kraft, die mancher Mensch aus dieser Gewissheit ableitet, ist übernatürlich. Wer keine Angst vor dem Tod hat, ist bis zum letzten Atemzug noch handlungsfähig. Wer weiß, dass er leben wird, auch wenn er stirbt, erkennt Anfeindungen, Auseinandersetzungen, persönliche Verletzungen als das, was sie sind: unnötig und viel zu unwichtig, als dass man sich darauf konzentrieren müsste.

Was freilich nicht aus der Auferstehung Jesu folgt, ist der Aufruf zu einer Nachfolge als Nachahmung seines Todes. Auf den Philippinen lassen sich jedes Jahr an Ostern viele Menschen freiwillig an Kreuze nageln. Das ist nicht das, was Jesus gelehrt hat. Sicherlich, er hat ein Jenseits gezeigt, er hat den Tod bis zur Bedeutungslosigkeit vorgeführt.

Doch er hat das Leben im Diesseits gelehrt. Leben bedeutet keinen Aktionismus, aber auch keine Untätigkeit. Seinen Jüngern trug Jesus ganz klare Tätigkeiten auf. Nicht zur Selbst-Aufgabe erzog er, sondern die Selbst-Schätzung machte er zur Voraussetzung allen Handelns: „Liebe Gott mit allem, was Du bist und liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!“, lautet eine verkürzte Version seines Doppelgebots.

Weil Liebe nach Ausdruck verlangt, bedeutet die Nachfolge also weder, hinab zu steigen in das Reich des Todes und am dritten Tage aufzuerstehen von den Toten, noch, untätig die Hände in den Schoß zu legen. Nachfolgen heißt nicht, sich über seine Arbeitsstelle zu ärgern, zu sehen, dass die Welt schlecht ist oder das diesseitige Leben bedauernswert sei. Wer Jesus nachfolgen möchte, steht auf. Wer Jesus nachfolgt, handelt, er setzt sich selbst ein im Leben und trägt mit dem, was er kann, dazu bei, dass es besser wird.

Das Arbeitsverbot an Ostern macht für den Christen also klar: Auferstanden ist bereits Er. Du brauchst nichts tun für Dein Heil. Und es macht deutlich: Auch wenn Er auferstanden ist – aufstehen musst Du schon selbst.

Uli in Gesellschaft am 05.04.2015 um 09.06 Uhr

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