Der Blog des Goldseelchen-Verlags
für Tagfalter und Nachtdenker

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Klug. Und trotzdem glücklich.


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Fotograf: sophie
 (© Eckdose)

Vor mir kräuselt sich das dünne gelbe Band mit schwarzer Skalierung.
„Nehmen Sie doch mal ein Maßband“ – so hatte ich in einem der blumigen Bücher zum Glücklichsein gelesen. Jetzt liegt das Band vor mir; daneben glänzt die Schere.


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Fotograf: sophie
 (© Eckdose)

Vor mir kräuselt sich das dünne gelbe Band mit schwarzer Skalierung.
„Nehmen Sie doch mal ein Maßband“ – so hatte ich in einem der blumigen Bücher zum Glücklichsein gelesen. Jetzt liegt das Band vor mir; daneben glänzt die Schere.

„Kürzen Sie das Maßband auf die Länge Ihrer durchschnittlichen Lebenserwartung.“ Das war der Auftrag, dazu das Kleingedruckte: „Frauen in Deutschland werden durchschnittlich 82,5 Jahre alt, Männer 77,5 Jahre.“

Ich schlucke schwer, als ich zur Schere greife. Glücklichsein hatte ich mir ja irgendwie anders vorgestellt. Irgendwie besser. Irgendwie glücklich.

Dann war da noch zu markieren, wo man selbst steht – Drittel, Hälfte, kurz vor Schluss? Nein, das wollte einen keinesfalls in ein emotionales schwarzes Loch stürzen. Man sollte sich vielmehr bewusst die Frage stellen, so zumindest das Blumen-Glücklich-Buch: „Was machen Sie aus dem Rest Ihres Lebens? Wie füllen Sie Ihren Tag?“ Nutze den Tag. Sowas in der Art eben.

Auch Psalm 90 schaut sich ein Menschenleben an: Wenn es hoch kommt werden wir 70 oder 80 Jahre alt. Aber das ist nicht schlimm. Das ist nicht Anlass zu noch mehr Hektik oder gar Trübsal. Das macht wohl nachdenklich, aber letztlich auch klug.

Klug? – Wenn ich weiß, wie viel Zeit mir zur Verfügung steht, lebe ich ganz anders. Ich meine nicht die Angst vor dem Tod oder das Gefühl, etwas verpassen zu können. Ich meine das Bewusstsein: Ich habe nicht alle Zeit der Welt.

Damit lebt es sich sogar besser, nämlich intensiver und ich glaube auch: glücklicher. Das macht dankbar für jeden einzelnen Tag. Das lässt mich Belangloses wertschätzen, ein Lächeln erwidern, zeitvergessend das Leben genießen. Das lässt mich auch erkennen: Ich bin nicht Herr der Zeit. Gott hält die Zeit in Seinen Händen.

Die Schere lege ich jetzt zurück in die Bastelschublade. Ich brauche sie nicht, um glücklich zu sein. Dann schließe ich beide Hände um das Maßband und spreche die Worte: „Danke, Gott, für den Tag, den Du mir schenkst.“

„Kürzen Sie das Maßband auf die Länge Ihrer durchschnittlichen Lebenserwartung.“ Das war der Auftrag, dazu das Kleingedruckte: „Frauen in Deutschland werden durchschnittlich 82,5 Jahre alt, Männer 77,5 Jahre.“

Ich schlucke schwer, als ich zur Schere greife. Glücklichsein hatte ich mir ja irgendwie anders vorgestellt. Irgendwie besser. Irgendwie glücklich.

Dann war da noch zu markieren, wo man selbst steht – Drittel, Hälfte, kurz vor Schluss? Nein, das wollte einen keinesfalls in ein emotionales schwarzes Loch stürzen. Man sollte sich vielmehr bewusst die Frage stellen, so zumindest das Blumen-Glücklich-Buch: „Was machen Sie aus dem Rest Ihres Lebens? Wie füllen Sie Ihren Tag?“ Nutze den Tag. Sowas in der Art eben.

Auch Psalm 90 schaut sich ein Menschenleben an: Wenn es hoch kommt werden wir 70 oder 80 Jahre alt. Aber das ist nicht schlimm. Das ist nicht Anlass zu noch mehr Hektik oder gar Trübsal. Das macht wohl nachdenklich, aber letztlich auch klug.

Klug? – Wenn ich weiß, wie viel Zeit mir zur Verfügung steht, lebe ich ganz anders. Ich meine nicht die Angst vor dem Tod oder das Gefühl, etwas verpassen zu können. Ich meine das Bewusstsein: Ich habe nicht alle Zeit der Welt.

Damit lebt es sich sogar besser, nämlich intensiver und ich glaube auch: glücklicher. Das macht dankbar für jeden einzelnen Tag. Das lässt mich Belangloses wertschätzen, ein Lächeln erwidern, zeitvergessend das Leben genießen. Das lässt mich auch erkennen: Ich bin nicht Herr der Zeit. Gott hält die Zeit in Seinen Händen.

Die Schere lege ich jetzt zurück in die Bastelschublade. Ich brauche sie nicht, um glücklich zu sein. Dann schließe ich beide Hände um das Maßband und spreche die Worte: „Danke, Gott, für den Tag, den Du mir schenkst.“

sophie in st.eckdose am 04.04.2015 um 16.23 Uhr

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