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Wenn Kinder dem Synkretismus unserer Gesellschaft Hohn sprechen

Christkind, Weihnachtsmann und Zauberer


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Urheber: Sophie
 (Creative Commons)

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind. Soweit, so gut. Die Zeilen „Maria und Joseph betrachten es froh“ kann man vielleicht auch noch sorglos mitträllern. Wie in aller Welt passt das nun aber mit Weihnachtsmann und Co zusammen?


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Alle Jahre wieder kommt das Christuskind. Soweit, so gut. Die Zeilen „Maria und Joseph betrachten es froh“ kann man vielleicht auch noch sorglos mitträllern. Wie in aller Welt passt das nun aber mit Weihnachtsmann und Co zusammen?

Klara, 6 Jahre (Name geändert), hat ihre eigene Theorie dazu. Stolz präsentiert sie ihre gemalte Krippenszene. Sie strahlt bis über beide Ohren, als sie mit ihren tapsigen Fingerchen auf die erste Figur zeigt: „Das ist Maria.“ Klar, unschwer zu erkennen: Die Größere der beiden Gestalten um die Krippe muss Maria sein. „Und das andere ist Joseph?“, frage ich interessiert nach. „Ja“, purzelt Klara heraus und fügt hinzu: „Und das in der Mitte ist das Jesuskind.“ Aha. Soweit stimmt die emanzipierte Krippenszene ja. Die große Maria und der kleine Joseph betrachten froh das Jesuskind. Wunderbar könnte man meinen, wenn da die kindlich-künsterlische Freiheit nicht doch ein wenig irritieren würde.

Das Jesuskind trägt eine Weihnachtsmannmütze. Hinter Joseph lugt eine weitere Gestalt hervor. Sie ist hoch und schmal gewachsen und trägt einen langen Zylinder. Die Hand mit den vier Strichfingerchen ist auf das Jesuskind gerichtet.

„Wer ist das denn?“, frage ich neugierig. Klara lacht. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich irgendwann bei der Weihnachtsgeschichte nicht aufgepasst habe und das eigentlich wissen müsste. Klara hilft mir aber gerne weiter. Auch wenn sie immer noch lacht: „Das ist doch der Zauberer!“, belehrt sie mich. „Der Zauberer?“, frage ich ungläubig. Klara schiebt nach, auch wenn sie langsam von meiner Unwissenheit genervt zu sein scheint: „Ja, der Zauberer, der verwandelt doch das Jesuskind!“.

Während Klara bestätigend auf die Weihnachtsmannmütze auf dem Haupt des Jesuskindes deutet, frage ich mich, wieso es unserer Gesellschaft nicht einfach reicht, dass an Weihnachten Gott kommt.

Klara, 6 Jahre (Name geändert), hat ihre eigene Theorie dazu. Stolz präsentiert sie ihre gemalte Krippenszene. Sie strahlt bis über beide Ohren, als sie mit ihren tapsigen Fingerchen auf die erste Figur zeigt: „Das ist Maria.“ Klar, unschwer zu erkennen: Die Größere der beiden Gestalten um die Krippe muss Maria sein. „Und das andere ist Joseph?“, frage ich interessiert nach. „Ja“, purzelt Klara heraus und fügt hinzu: „Und das in der Mitte ist das Jesuskind.“ Aha. Soweit stimmt die emanzipierte Krippenszene ja. Die große Maria und der kleine Joseph betrachten froh das Jesuskind. Wunderbar könnte man meinen, wenn da die kindlich-künsterlische Freiheit nicht doch ein wenig irritieren würde.

Das Jesuskind trägt eine Weihnachtsmannmütze. Hinter Joseph lugt eine weitere Gestalt hervor. Sie ist hoch und schmal gewachsen und trägt einen langen Zylinder. Die Hand mit den vier Strichfingerchen ist auf das Jesuskind gerichtet.

„Wer ist das denn?“, frage ich neugierig. Klara lacht. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich irgendwann bei der Weihnachtsgeschichte nicht aufgepasst habe und das eigentlich wissen müsste. Klara hilft mir aber gerne weiter. Auch wenn sie immer noch lacht: „Das ist doch der Zauberer!“, belehrt sie mich. „Der Zauberer?“, frage ich ungläubig. Klara schiebt nach, auch wenn sie langsam von meiner Unwissenheit genervt zu sein scheint: „Ja, der Zauberer, der verwandelt doch das Jesuskind!“.

Während Klara bestätigend auf die Weihnachtsmannmütze auf dem Haupt des Jesuskindes deutet, frage ich mich, wieso es unserer Gesellschaft nicht einfach reicht, dass an Weihnachten Gott kommt.

sophie in Gesellschaft am 17.12.2013 um 13.11 Uhr

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Kommentare

Kommentar:

Was man nicht alles brauch, um glücklich zu werden! Klar, irgendwann wird's schwierig, die ganzen Konzepte unter einen Hut - ober besser unter eine Mütze zu bekommen. Da muss dann Magie mit rein. In deinem Sinne: wo lugt da der Heiligenschein hervor? So ne Mütze macht ja nicht mal scheinheilig.
Aber mal ehrlich: Wenn bei Gott solch ein Wunder wie ein Jesus als Retter der Welt möglich ist, der nicht von Marias Ehemann 'gemacht' worden ist, dann ist da Weihnachtsmann auch keine Sorge. Schade nur, und da willst du wohl drauf hinweisen: der Weihnachtsmann lässt das eigentliche Wunder nicht erkennen.

Winton am 18.12.2013 um 10.56 Uhr.


Kommentar:

Mir ging's nicht darum, dass es irgendwie pietätlos wäre, Jesus mit einer Weihnachtsmannmütze darzustellen, sondern um das Phänomen des Synkretismus, der hier so deutlich zum Ausdruck kommt und auf unsere Gesellschaft schließen lässt - und das von einer Sechsjährigen.

sophie am 18.12.2013 um 12.06 Uhr.