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H&M gibt sich als wohltätiger Altkleidersammler

Das Imperium schlägt zurück


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Fotograf: Uli
 (© Eckdose)

H&M, Flaggschiff der unethischen Modeproduktion und nach wie vor Publikumsmagnet für orientierungslose Jugendliche, hat seit Februar 2013 eine Altkleider-Aktion im Programm.


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H&M, Flaggschiff der unethischen Modeproduktion und nach wie vor Publikumsmagnet für orientierungslose Jugendliche, hat seit Februar 2013 eine Altkleider-Aktion im Programm.

Das kommt bei der Zielgruppe offensichtlich gut an. Mitgebrachte Kleidung der Kunden wird angenommen. Im Gegenzug erhält der Kunde einen Gutschein von 15 Prozent auf einen gekauften neuen Artikel. Mit der Devise: „Unterstützen Sie uns, natürliche Ressourcen zu schonen“ wird suggeriert, dass Kleidung, die nicht mehr getragen wird, bislang ausschließlich im Restmüll entsorgt werden kann.

Eine Kundin schreibt beim Online-Mode-Flohmarkt „Kleiderkreisel“:

„Es lohnt sich nicht nur wegen der 15% die man auf ein Teil danach bekommt.

Man ist die Sachen endlich los und weiß, dass sie auch danach vernünftig entsorgt werden“

„Vernünftig entsorgt“ zeugt vom Erfolg der Kampagne und der Naivität der Käuferinnen. Auf der Aktionsseite ist nichts Neues geschildert. Der klassische Weg von Altkleidern, wie er seit den 1980er Jahren durchgeführt wird, liegt auch vor den Textilien bei H&M. Neu ist allein der Appell an Kaufsucht und Geiz. Wer bislang dachte, seine Kleidung sei noch zu gut, um sie in den klassischen Altkleidercontainer zur Weiterverwertung zu geben, sieht jetzt nur noch die Rabatte und glaubt, einen Gewinn erzielen zu können.

Für die Lücke, die nicht mehr getragene Kleider aufbrachen, hatte bislang „Kleiderkreisel“ seinen Platz. Im Bewusstsein, ausrangierte Stücke weiterverkaufen zu können, wurde der Konsum angekurbelt. Mehr als Gewissensbefriedigung war dies selten: Viele Nutzerinnen klagen darüber, dass sie ihre Artikel nicht loswerden. Der imaginäre freie Platz im Kleiderschrank wurde jedoch schon mit neuen Sächelchen gefüllt.

Dem schwedischen Modeimperium war das sicherlich ein Dorn im Auge. Nicht alle jungen Mädchen können sich saisonal mit minderwertigen Textilien zu hohen Preisen neu eindecken. So wandern die begehrten Produkte im Zyklus weiter, ohne vom Markt zu verschwinden. Kleiderkreisel hat zwar den Konsum weiter angekurbelt, jedoch auch eine weitere Verwertung vor die Altkleidersammlung und den Restmüll geschaltet.

Den Platz für Neues, den bislang Flohmärkte im Kleiderschrank freimachten, schafft die Aktion auf dem gesamten Markt. Die Teilnahmebedinungen – pro Tag nur ein Coupon für mindestens drei Kleidungsstücke – sorgen dafür, dass diesen Platz für Neues gewiss H&M auffüllen wird.

Zum Leid für die Kapitalisten, zum Glück für die Umwelt ist eine Gehirnwäsche wie bei „Brave New World“ noch nicht möglich. Bereits im Säuglingsalter wird den Menschen dort der Konsum beigebracht durch Schallberieselung:

„Wegwerfen ist besser als wenden.“

H&M musste darum auf die neue andere Methode zugreifen. Auch wenn vereinzelt die Aktion hinterfragt wird, kommt es bei der Zielgruppe super an. Diese springen sogar in die Bresche für das Imperium und wundern sich über den schlechten Ruf.

Der Konzern wäscht sich grün und verdient damit sogar noch Geld – durch Neuverkäufe, möglicherweise Weiterverkauf der Second-Hand-Kleidung und eine kostengünstige Imageverbesserung:

„Eigenen Angaben zufolge übergibt das Modehaus die eingesammelten Altkleider an I:Collect, ein Unternehmen, das eine ‚etablierte Infrastruktur für die Weiterverarbeitung bietet’. Was genau mit den Waren weiterhin geschieht, kommuniziert H&M nicht.“ (green-responsibility.de)

Zu kritisieren ist an der Aktion die Dreistigkeit, mit der naive Menschen zum Konsumieren gebracht werden. Freiwillig ziehen Mädchen mit klammen Geldbeuteln ihre Produkte aus der regionalen Weiterverwertung ab und werfen geldwertes Material einem stinkreichen Großkonzern in den Rachen, der weltweit bekannt dafür ist, Mensch und Natur auszubeuten.

Wann kommen die Spieluhren von H&M, die die Kundinnen von heute ihrem Nachwuchs von morgen kaufen, auf denen in lieblichen Klängen ertönt:

„Wegwerfen ist besser als wenden.“

Das kommt bei der Zielgruppe offensichtlich gut an. Mitgebrachte Kleidung der Kunden wird angenommen. Im Gegenzug erhält der Kunde einen Gutschein von 15 Prozent auf einen gekauften neuen Artikel. Mit der Devise: „Unterstützen Sie uns, natürliche Ressourcen zu schonen“ wird suggeriert, dass Kleidung, die nicht mehr getragen wird, bislang ausschließlich im Restmüll entsorgt werden kann.

Eine Kundin schreibt beim Online-Mode-Flohmarkt „Kleiderkreisel“:

„Es lohnt sich nicht nur wegen der 15% die man auf ein Teil danach bekommt.

Man ist die Sachen endlich los und weiß, dass sie auch danach vernünftig entsorgt werden“

„Vernünftig entsorgt“ zeugt vom Erfolg der Kampagne und der Naivität der Käuferinnen. Auf der Aktionsseite ist nichts Neues geschildert. Der klassische Weg von Altkleidern, wie er seit den 1980er Jahren durchgeführt wird, liegt auch vor den Textilien bei H&M. Neu ist allein der Appell an Kaufsucht und Geiz. Wer bislang dachte, seine Kleidung sei noch zu gut, um sie in den klassischen Altkleidercontainer zur Weiterverwertung zu geben, sieht jetzt nur noch die Rabatte und glaubt, einen Gewinn erzielen zu können.

Für die Lücke, die nicht mehr getragene Kleider aufbrachen, hatte bislang „Kleiderkreisel“ seinen Platz. Im Bewusstsein, ausrangierte Stücke weiterverkaufen zu können, wurde der Konsum angekurbelt. Mehr als Gewissensbefriedigung war dies selten: Viele Nutzerinnen klagen darüber, dass sie ihre Artikel nicht loswerden. Der imaginäre freie Platz im Kleiderschrank wurde jedoch schon mit neuen Sächelchen gefüllt.

Dem schwedischen Modeimperium war das sicherlich ein Dorn im Auge. Nicht alle jungen Mädchen können sich saisonal mit minderwertigen Textilien zu hohen Preisen neu eindecken. So wandern die begehrten Produkte im Zyklus weiter, ohne vom Markt zu verschwinden. Kleiderkreisel hat zwar den Konsum weiter angekurbelt, jedoch auch eine weitere Verwertung vor die Altkleidersammlung und den Restmüll geschaltet.

Den Platz für Neues, den bislang Flohmärkte im Kleiderschrank freimachten, schafft die Aktion auf dem gesamten Markt. Die Teilnahmebedinungen – pro Tag nur ein Coupon für mindestens drei Kleidungsstücke – sorgen dafür, dass diesen Platz für Neues gewiss H&M auffüllen wird.

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Uli in Lebenskunde am 10.08.2013 um 11.58 Uhr

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