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Teil 2: Den richtigen Umgang finden

Jetzt hasse ich zurück


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Fotograf: Uli
 (© Eckdose)


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Angefüllt mit negativer Energie: Der Mensch ist kurz vorm Platzen, weil sich so viele ungute Gefühle angesammelt haben. Irgendwie muss da etwas heraus. Die Stimmung verlangt Ausdruck.

Wahrnehmen

Damit nichts schief geht, sollte mit negativen Gefühlen aktiv und bewusst umgegangen werden. Der Ansatz liegt an der Stelle, wo der Körper in Alarmbereitschaft tritt. Der Prozess des Überwindens beginnt mit dem Wahrnehmen. Ich mache mir bewusst, dass etwas nicht stimmt, ich vielleicht unruhig werde.

Mit W-Fragen, wie sie beim Bericht-Schreiben im Deutschunterricht gelernt werden, geht solch eine Untersuchung leichter. Nicht jede dieser Fragen muss immer sinnvoll oder beantwortbar sein.

Wer oder was hat dieses Gefühl ausgelöst? - Ich frage nach dem realen Objekt.

Wann hat das Unwohlsein begonnen? – Ich stelle fest, wann und wie ich das Objekt wahrgenommen habe.

Woher kenne ich dieses Gefühl? – Ich suche nach einer Erinnerung oder Erfahrung, auf die mich das Objekt gebracht hat.

Warum reagiere ich negativ durch dieses Gefühl? – Ich versuche die Ursache in meinem Unterbewussten zu finden.

Wie kann ich am besten mit diesem Gefühl umgehen? – Ich suche nach einer Lösung für die Situation.

Gefühle finden auf vor-sprachlicher Ebene statt. Deswegen kann man Gefühle auch nur schwer beschreiben, daher bleiben Hass, Wut, Verzweiflung nur abstrakte Begriffe. Die vorsprachliche Ebene ist der Bereich, im dem auch die Träume stattfinden, der Bereich der Symbole und Bilder. Mit genau denselben lassen sich Gefühle ausdrücken und verarbeiten.

Zeit gewinnen

Wer sofort damit beginnen kann, das unbewusst Gefühlte zu verarbeiten und sein Problem zu lösen, ist gut dran. Nicht jede Lage bringt aber Ruhe, Papier, Stift oder einen hilfsbereiten Gesprächspartner mit sich. In einem Geschäftsgespräch, im Umgang mit unsympathischen Menschen oder in einem engen Raum müsste die Lösung der Gefühle möglicherweise auf sich warten. Trotz Explosionsgefahr will Zeit gewonnen werden, sollten Wege, um Aufschub zu gewinnen, beschritten werden. Und das muss möglichst unauffällig geschehen.

Konzentration und Atmung ist eine gute Weise, den Körper zu beruhigen. Wer bewusst atmet, lässt sich nicht ablenken und könnte bereits so wieder in ein Gleichgewicht kommen. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, die gelehrt werden. Eine ist, beim Atmen mitzuzählen im Rhythmus 3-3-6-4: Durch die Nase einatmen und dabei bis Drei zählen; pausieren und bis Drei zählen. Durch den Mund ausatmen und dabei bis Sechs zählen, pausieren und bis Vier zählen.

Manche kommen zur Ruhe, indem sie in Gedanken auf Fünfzig oder Hundert hoch zählen. Anderen gelingt es, die Situation kurz zu verlassen, wenn sie einen geeigneten Vorwand finden. Wieder andere sprechen in Gedanken ihr persönliches Mantra oder ein Gebet – oder sie sind bereits so gefasst, dass sie in Stillarbeit das Unwohlsein und negative Gefühlsgewirr entzerren und untersuchen.

Entäußern

Die eigentliche Arbeit mit dem Gefühl geschieht, indem das Gefühl begreifbar gemacht wird. Ich kann etwas nur betrachten, wenn es irgendwie entäußert wurde. Bleiben die Stimmungen wage im Unterbewussten, kann ich mit ihnen auch nicht umgehen.

Eine Übung wäre, das, was man fühlt, zu malen. Als Bild darzustellen. Sprichworte gibt es viele, die bedrohliche Lagen symbolisch beschreiben. Als Beispiel: Mir steht das Wasser bis zum Hals. Man bewirft mich mit Schmutz. Ich werde durch den Kakao gezogen. Jemand redet mit messerspitzer Zunge. Man streut auch noch Salz in die Wunde.

All diese Bild-Worte lassen sich auch malen. Das Bild ist bereits die Grundlage für die gefundenen Worte. Was fühle ich? Lasse ich meiner Hand und dem Stift freien Lauf, füllt sich das Blatt mit Linien und Symbolen. Was ich auf dem Papier sehe, kann ich wiederum beschreiben. Aus dem unfassbaren, vagen Gefühl wurde ein begreifbares Motiv.

Lösen

Der „Trick“ für den Umgang mit dem negativen Gefühl besteht nun darin, am Bild oder Motiv zu arbeiten. Zum einen kann das Bild eine Situation darstellen, die gelöst werden möchte. Ein Knoten könnte so etwas sein, oder eine hohe Mauer. Einen Knoten kann man öffnen. Eine Mauer niederreißen oder überwinden. Zum andern kann im Bild bereits die Lösung liegen. Wenn ich meine negative Lage von außen – also mit Blick aufs Bild – betrachte, geht es mir womöglich bereits besser.

Lösungen sind für jedes Gefühl möglich. Sie brauchen jedoch immer einen Ausdruck. Wer das, was er fühlt, nicht entäußert, nicht greifbar macht, lässt alles Belastende im Unbewussten.

Die Beter der Psalmen wussten, dass sie ihre negativen Gefühle äußern sollten. Was ihre Substanz angriff, sprachen sie aus und legten es vor Gott. Im Vertrauen darauf, dass ein anderer einem hilft, legt sich die Wut und macht Platz für Freude und Dankbarkeit.

Angefüllt mit negativer Energie: Der Mensch ist kurz vorm Platzen, weil sich so viele ungute Gefühle angesammelt haben. Irgendwie muss da etwas heraus. Die Stimmung verlangt Ausdruck.

Wahrnehmen

Damit nichts schief geht, sollte mit negativen Gefühlen aktiv und bewusst umgegangen werden. Der Ansatz liegt an der Stelle, wo der Körper in Alarmbereitschaft tritt. Der Prozess des Überwindens beginnt mit dem Wahrnehmen. Ich mache mir bewusst, dass etwas nicht stimmt, ich vielleicht unruhig werde.

Mit W-Fragen, wie sie beim Bericht-Schreiben im Deutschunterricht gelernt werden, geht solch eine Untersuchung leichter. Nicht jede dieser Fragen muss immer sinnvoll oder beantwortbar sein.

Wer oder was hat dieses Gefühl ausgelöst? - Ich frage nach dem realen Objekt.

Wann hat das Unwohlsein begonnen? – Ich stelle fest, wann und wie ich das Objekt wahrgenommen habe.

Woher kenne ich dieses Gefühl? – Ich suche nach einer Erinnerung oder Erfahrung, auf die mich das Objekt gebracht hat.

Warum reagiere ich negativ durch dieses Gefühl? – Ich versuche die Ursache in meinem Unterbewussten zu finden.

Wie kann ich am besten mit diesem Gefühl umgehen? – Ich suche nach einer Lösung für die Situation.

Gefühle finden auf vor-sprachlicher Ebene statt. Deswegen kann man Gefühle auch nur schwer beschreiben, daher bleiben Hass, Wut, Verzweiflung nur abstrakte Begriffe. Die vorsprachliche Ebene ist der Bereich, im dem auch die Träume stattfinden, der Bereich der Symbole und Bilder. Mit genau denselben lassen sich Gefühle ausdrücken und verarbeiten.

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Uli in Lebenskunde am 14.05.2013 um 14.00 Uhr

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