Der Blog des Goldseelchen-Verlags
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Plädoyer für eine flächendeckende Pferdesteuer in Deutschland

Großscheißersteuer


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Urheber: Peter Hansen (1868–1928)
 (Creative Commons)

Eine hessische Kleinstadt – Bad Sooden-Allendorf – hat beschlossen, die Pferdesteuer ab 2013 einzuführen. Auf die 8.000 Einwohner kommen 150 Pferde. Die großscheißenden Einhufer verdrecken bisher unentgeltlich den kleinen Kurort.


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Urheber: Peter Hansen (1868–1928)
 (Creative Commons)

Eine hessische Kleinstadt – Bad Sooden-Allendorf – hat beschlossen, die Pferdesteuer ab 2013 einzuführen. Auf die 8.000 Einwohner kommen 150 Pferde. Die großscheißenden Einhufer verdrecken bisher unentgeltlich den kleinen Kurort.

In der Stadtkasse klafft eine Lücke von 80 Millionen Euro. Pro Kopf 10.000 Euro. Um wenigstens für drei Köpfe die Schulden zu senken, soll jeder Gaul der Kasse 200 Euro im Jahr bringen.

Das ist eine hervorragende Idee! Jeder, der einmal auf dem Feldweg oder am Stadtrand spazieren gehen war, der weiß: Bei einem Hundehäufchen muss man keinen Meter Umweg laufen. Bei einem Pferdehaufen schon. Und zwar alle dutzend Schritte. Als Fußgänger fühlt man sich da wirklich verscheißert.

Dennoch müssen Pferdebesitzer bislang keine Steuer zahlen. Hundebesitzer, die verpflichtet sind, den Haufen Ärger zu entfernen, blechen weiterhin.

„Der Staat war der Ansicht, dass jemand, der es sich leisten kann, Hunde zu halten, die keine Nutztiere sind, daneben auch noch genug Geld haben muss, um dafür einen Sonderbeitrag zu zahlen.“ (Quelle)

Genauso argumentiert der Bürgermeister von Bad Sooden-Allendorf, Frank Hix, nun auch für eine Erhöhung der Hundesteuer:

„Dabei muss jeder, egal wie dieses auch immer heißt, sein Scherflein beitragen. Dass dieses sozial gestaffelt sein muss, versteht sich von selbst. Jedoch alles, was Luxus ist, kann mehr besteuert werden als die Grundversorgung.“

Es ist nur gerecht, dass für Pferde gezahlt werden soll. Dem normalen Bürger ist doch scheißegal, ob ein Pferd sowieso viel Geld kostet oder nicht. Wer ein flottes Auto fahren möchte, zahlt auch. Es ist ja nicht so, dass man genötigt wäre, ein Luxusgut zu besitzen.

Die mediale Darstellung sieht anders aus. Von hoch zu Roß wird gegen das hessische Schuldenloch an der Werra geschossen. Die Luxus-Hobby-Lobby fühlt sich fest im Sattel der Steuerfreiheit. Sie will gegen die eingeführte Gerechtigkeit klagen. Den Rest der Welt interessiert’s einfach nicht.

Lächerliche Argumente sollen die öffentliche Meinung beeinflussen: 30.000 Euro im Jahr für Bad Sooden-Allendorf seien nur ein Tropfen auf den heißen Stein im Vergleich zu den Schulden. Kleinvieh macht auch Mist, mag man einwenden.

Außerdem sei dann Pferdesport der einzige Sport, der besteuert würde, wird gejammert. Doch wer redet denn davon, den Sport zu besteuern? Reiter können auch reiten, ohne das Pferd selbst zu besitzen. Und wenn, dann ist Gassigehen mindestens genauso ein besteuerter Sport. Meine Nachbarin würde mit Verweis auf ihre Oberarmmuskulatur zustimmen.

Dann wäre da noch der Einwand, dass zwei Drittel der Pferdefreunde unter 21 Jahre alt sind und bestimmt nicht zur wohlhabenden Elite Deutschlands gehören würden. Bei so armen Wendyleser-Diagnosen fragt man sich als pferdeloser Mensch, wie man sich nicht nur Reitermontur, sondern auch noch die Mähre im Stall leisten kann. Noch einmal sei erwähnt, dass nicht der Tierfreund oder Reiter besteuert wird, sondern der Luxusgutbesitzer, wohnhaft in einem hoch verschuldeten Ort, in dem alle Bewohner mehr zur Kasse gebeten werden.

Um auch einmal ein Argument anzubringen, das vielleicht auf dem Stammtischniveau der Lobby der langen Gesichter verstanden wird: Soll denn die gering verdienende Altenpflegerin mit ihren Steuern die Kotbeseitigung auf öffentlichen Straßen und Wegen bezahlen? Wir lassen uns doch nicht veräppeln! – In einem Land, in dem sogar die Möglichkeit eines Besitzes mit Zwangsabgaben verbunden ist.

Chapeau an die Stadtväter und –mütter von Bad Sooden-Allendorf.

Führt die Pferdesteuer in ganz Deutschland ein!

In der Stadtkasse klafft eine Lücke von 80 Millionen Euro. Pro Kopf 10.000 Euro. Um wenigstens für drei Köpfe die Schulden zu senken, soll jeder Gaul der Kasse 200 Euro im Jahr bringen.

Das ist eine hervorragende Idee! Jeder, der einmal auf dem Feldweg oder am Stadtrand spazieren gehen war, der weiß: Bei einem Hundehäufchen muss man keinen Meter Umweg laufen. Bei einem Pferdehaufen schon. Und zwar alle dutzend Schritte. Als Fußgänger fühlt man sich da wirklich verscheißert.

Dennoch müssen Pferdebesitzer bislang keine Steuer zahlen. Hundebesitzer, die verpflichtet sind, den Haufen Ärger zu entfernen, blechen weiterhin.

„Der Staat war der Ansicht, dass jemand, der es sich leisten kann, Hunde zu halten, die keine Nutztiere sind, daneben auch noch genug Geld haben muss, um dafür einen Sonderbeitrag zu zahlen.“ (Quelle)

Genauso argumentiert der Bürgermeister von Bad Sooden-Allendorf, Frank Hix, nun auch für eine Erhöhung der Hundesteuer:

„Dabei muss jeder, egal wie dieses auch immer heißt, sein Scherflein beitragen. Dass dieses sozial gestaffelt sein muss, versteht sich von selbst. Jedoch alles, was Luxus ist, kann mehr besteuert werden als die Grundversorgung.“

Es ist nur gerecht, dass für Pferde gezahlt werden soll. Dem normalen Bürger ist doch scheißegal, ob ein Pferd sowieso viel Geld kostet oder nicht. Wer ein flottes Auto fahren möchte, zahlt auch. Es ist ja nicht so, dass man genötigt wäre, ein Luxusgut zu besitzen.

Die mediale Darstellung sieht anders aus. Von hoch zu Roß wird gegen das hessische Schuldenloch an der Werra geschossen. Die Luxus-Hobby-Lobby fühlt sich fest im Sattel der Steuerfreiheit. Sie will gegen die eingeführte Gerechtigkeit klagen. Den Rest der Welt interessiert’s einfach nicht.

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Uli und sophie in Gesellschaft am 03.12.2012 um 14.48 Uhr


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