Der Blog des Goldseelchen-Verlags
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Bio weiß man besser nicht

Perlen vor die Säue


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Fotograf: Uli
 (© Eckdose)


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„Nach langen Transporten ist Bio aber oft nicht mehr Öko“, wird eine Fachkundige der „Grünen“ über Landwirtschaftsfragen zitiert. Dies, so der dazugehörige Artikel, würde dem Willen des Käufers eigentlich widersprechen. Tut es das denn wirklich? Bio-Lauchzwiebeln aus Ägypten, Bio-Paprika aus Marokko, Bio-Karotten aus Israel – wenn dies dem Willen des Verbrauchers widersprechen würde, dann würde es doch auch niemand anbieten. Es scheint die Nachfrage sich nach dem Angebot zu richten, nicht umgekehrt.

Wer „Bio“ kauft, so unterstelle ich, will keine Schadstoffe in seinen Körper bekommen. Mehr nicht. Da ist es dem Verbraucher auch vollkommen egal, ob das Produkt denn überhaupt auch Nicht-Bio sein könnte. Gibt es das Nahrungsmittel bei Aldi nur als Nicht-Bio, dann nimmt man eben dieses. Gemüse, Veggie-Brotbelag, Reis, Nudeln, Kekse. Bio-Zucker: das wäre noch eine Marktlücke... oder auch nicht. Der Landwirt, dem ich das vorgeschlagen hatte, lachte nur. Zuckerrüben wachsen so gut wie überall. Düngen wäre Perlen vor die Säue zu werfen.

Wenn man in Großstädten einkaufen möchte, muss man entweder nehmen, was der Markt bietet. Oder man sucht sich die Bio-Läden. Ganze Ketten haben das Snobistentum erkannt und sind reich geworden. Das Reformhaus genügt nicht mehr: Der Bio-Bäcker musste her.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie denn, z.B. in Berlin, auf biologisch korrekte Weise Brot gebacken werden kann. Vielleicht ein Treidel-Kahn, der die Spree entlang geschippert kommt, geladen voll mit Bio-Mehl aus der Windmühle im Havelland? So will manche Heimat-Marke uns glauben machen. Der Bio-Bäcker ist ein Etikettenschwindel.

Dass Bio nach langen Transporten nicht mehr Öko ist, gilt auch hier. Eine Verkäuferin eines Bio-Bäckers erzählte, wie das Brot in den Laden kommt. Die Biobrötchen sind Aufback-Brötchen – wie in jeder ordinären Bäckerei – die tiefgekühlt aus einer Großbäckerei kommen. Das Brot kommt jeden morgen frisch aus Bayern. 350 Kilometer durchs Land. Die Zutaten sind sämtlich aus ökologischer Landwirtschaft, garantiert frei von Gentechnik. Da lacht sich gleich das gute Gewissen mit zu Tode, angesichts der sterbenden Bäume entlang der Autobahn Nummer Neun.

Ja, und was passiert mit dem übrig Gebliebenen? Montags bekommen die Tafeln die Reste, an den anderen Tagen wird der Gebäckrest zurück nach Bayern gefahren und an Bio-Schweine verfüttert: Perlen vor die Säue.

„Nach langen Transporten ist Bio aber oft nicht mehr Öko“, wird eine Fachkundige der „Grünen“ über Landwirtschaftsfragen zitiert. Dies, so der dazugehörige Artikel, würde dem Willen des Käufers eigentlich widersprechen. Tut es das denn wirklich? Bio-Lauchzwiebeln aus Ägypten, Bio-Paprika aus Marokko, Bio-Karotten aus Israel – wenn dies dem Willen des Verbrauchers widersprechen würde, dann würde es doch auch niemand anbieten. Es scheint die Nachfrage sich nach dem Angebot zu richten, nicht umgekehrt.

Wer „Bio“ kauft, so unterstelle ich, will keine Schadstoffe in seinen Körper bekommen. Mehr nicht. Da ist es dem Verbraucher auch vollkommen egal, ob das Produkt denn überhaupt auch Nicht-Bio sein könnte. Gibt es das Nahrungsmittel bei Aldi nur als Nicht-Bio, dann nimmt man eben dieses. Gemüse, Veggie-Brotbelag, Reis, Nudeln, Kekse. Bio-Zucker: das wäre noch eine Marktlücke... oder auch nicht. Der Landwirt, dem ich das vorgeschlagen hatte, lachte nur. Zuckerrüben wachsen so gut wie überall. Düngen wäre Perlen vor die Säue zu werfen.

Wenn man in Großstädten einkaufen möchte, muss man entweder nehmen, was der Markt bietet. Oder man sucht sich die Bio-Läden. Ganze Ketten haben das Snobistentum erkannt und sind reich geworden. Das Reformhaus genügt nicht mehr: Der Bio-Bäcker musste her.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie denn, z.B. in Berlin, auf biologisch korrekte Weise Brot gebacken werden kann. Vielleicht ein Treidel-Kahn, der die Spree entlang geschippert kommt, geladen voll mit Bio-Mehl aus der Windmühle im Havelland? So will manche Heimat-Marke uns glauben machen. Der Bio-Bäcker ist ein Etikettenschwindel.

Dass Bio nach langen Transporten nicht mehr Öko ist, gilt auch hier. Eine Verkäuferin eines Bio-Bäckers erzählte, wie das Brot in den Laden kommt. Die Biobrötchen sind Aufback-Brötchen – wie in jeder ordinären Bäckerei – die tiefgekühlt aus einer Großbäckerei kommen. Das Brot kommt jeden morgen frisch aus Bayern. 350 Kilometer durchs Land. Die Zutaten sind sämtlich aus ökologischer Landwirtschaft, garantiert frei von Gentechnik. Da lacht sich gleich das gute Gewissen mit zu Tode, angesichts der sterbenden Bäume entlang der Autobahn Nummer Neun.

Ja, und was passiert mit dem übrig Gebliebenen? Montags bekommen die Tafeln die Reste, an den anderen Tagen wird der Gebäckrest zurück nach Bayern gefahren und an Bio-Schweine verfüttert: Perlen vor die Säue.

Uli in Lebenskunde am 19.01.2011 um 14.52 Uhr

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